Erlös für Clowndoktoren

„Luha“-Bretter, die die Narrenwelt bedeuteten

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Schaukasten mit originalem „Luha“-Bühnenbrett: Das erste Andenken überreichten die Kreativen Gerd Allmann (l.) und Renee Exner (r.) KVD-Präsident Friedel Enders (2. v. r.) und KVD-Sitzungspräsident Bernd Wolfenstädter (2. v. l.). Ort der Übergabe: die Bühne der neuen Römerhalle.

Dieburg - In geselliger Runde, abseits des mit Pflichten und Routinen beladenen Alltags, entstehen oft die besten Ideen. Eine gute hatten beim Schoppen auf dem letzten Martinsmarkt auch die Dieburger Gerd Allmann und Renee Exner.

Zunächst hatte Bernd Wolfenstädter, Sitzungspräsident der Fastnachtssitzungen des Karnevalvereins, seinen Gedanken freien Lauf gelassen: Man müsse doch, auch wenn die bunten Veranstaltungen der Dieburger Narren in der Römerhalle inzwischen eine neue Heimat gefunden haben, die verdienstreiche Ludwigshall vor ihrem bevorstehenden Abriss noch einmal würdigen. Da fiel Raumausstatter Allmann und Physiotherapeut Exner etwas ein.

Exner „kaufte“ die Bühne der nicht mehr genutzten „Luha“ für einen Euro von der Stadt. Dann rückten Allmann und er den Brettern, die insbesondere die Dieburger Äla-Welt bedeuteten, auf den holzigen Leib. Einfach zu lösen waren die Bretter allerdings nicht: „Wir mussten schon mit dem Brecheisen anrücken“, schmunzelt Allmann. Was derweil keinen der beiden von ihrem Vorhaben abhielt: „In diesen Brettern steckt ganz viel Emotionalität“, meint Exner. Ein kleines Stück davon können sich nun 111 der „Luha“ zugeneigte Menschen sichern.

Denn genau so viele Kunstwerke wollen Allmann und Exner maximal unters Volk bringen. In einem Schaukasten mit Glasfassade ist nicht nur ein originales Bühnenbrett zu finden, sondern im Hintergrund auch ein Foto der früheren „Luha“-Bühnendeko, das KVD-Präsident Friedel Enders beisteuerte. „Auf jedem der maximal 111 Kunstwerke wird ein Zertifikat mit Nummer zu finden sein“, kündigt Exner an. Durch die Limitierung gerate der Besitz nochmals zusätzlich zu etwas Besonderem.

Das 111. Bild - Allmann und Exner sind guten Mutes, dass die ersten 110 Werke rasch verkauft werden – soll schließlich höchstbietend versteigert werden. Zuvor kostet jedes Werk „zweimal elf Euro“, also 22 Euro. „Jeder kann freiwillig mehr zahlen“, so Exner. Was einem guten Zweck dienen würde: Der Verkaufserlös soll den Clowndoktoren gespendet werden. Diese hatte der KVD vor einigen Jahren mit der „Holzisch Latern“ ausgezeichnet.

Kürzlich überreichten Allmann und Exner dem durch Wolfenstädter und Enders vertretenen Karnevalverein das erste der 111 Kunstwerke. Von nun an kann jeder Interessierte ein solches Werk aus einem Brett, das einst die Dieburger Narrenwelt bedeutete, erwerben. Bestellungen werden per E-Mail entgegen genommen: 111-luha-bilder@gmx.de. Erwerben kann man die Kunstwerke ab sofort bei: Praxis Exner in der Groß-Zimmerner Straße 2 in Dieburg. Es wird um telefonische Vorbestellung gebeten (06071/2279).

(jd)

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