Lust auf mehr Dieburg gemacht

Dieburg ‐ „Wir haben Loop 5 da, wo es hingehört, nämlich mitten in der Stadt“, hatte Bürgermeister Dr. Werner Thomas zur Eröffnung des 24. Dieburger Martinsmarktes am vergangenen Wochenende verkündet. Von Laura Hombach

Und tatsächlich: Wenn auch der Samstagnachmittag wetterbedingt etwas spärlicher besucht war - am Samstagabend und Sonntag herrschte im Herzen Dieburgs ein Gedränge, das den Vergleich mit den Kundenzahlen im Weiterstädter Einkaufszentrum sicher nicht scheuen muss.

So zeigt sich auch Marktleiter Alois Ostner sehr zufrieden mit dem Verlauf des diesjährigen Marktes. Alles sei harmonisch vonstatten gegangen, die Mehrheit der Marktbeschicker und der Gewerbeverein zögen eine positive Bilanz. Zwar sei schon spürbar, dass die Leute insgesamt zurückhaltender beim Ausgeben ihres Geldes seien, das ändere aber nichts an dem positiven Fazit.

Kunden kommen für Weihnachtseinkäufe wieder

Besonders die nachhaltige Wirkung des Martinsmarktes sei nicht zu unterschätzen, so Ostner. Selbst im Weihnachtsgeschäft kämen immer noch Kunden von außerhalb, die mit dem Hinweis „das hab' ich beim Martinsmarkt gesehen“ ihre Geschenkeinkäufe tätigten. „Sinn der Veranstaltung ist es, die Kundenfrequenz in der Stadt zu erhöhen“, macht Ostner noch einmal die langfristige Perspektive deutlich. Mehr Kunden von der Attraktivität Dieburgs als Einkaufsstadt zu überzeugen, sei der wichtigste Effekt des Martinsmarkts, den er auch hervorragend erfülle.

Auch für das Kaufhaus Enders zieht Ostner für das Martinsmarkt-Wochenende eine positive Bilanz. Allerdings setze man hier die Gewinnerwartungen auch nie allzu hoch an, weil man wisse, dass der tatsächliche Umsatz an den drei Tagen von vielen Kleinigkeiten abhängig ist. Wichtiger sei auch hier der langfristige Werbeeffekt.

So schön war der 24. Martinsmarkt....

Martinsmarkt hatte mit Wetter zu kämpfen

Von dem kann auch Bärbel Kostron, die mit ihrem Atelier zusammen mit der Bücherinsel seit einigen Wochen direkt am Marktplatz zu finden ist, nur schwärmen. Die Designerin konnte sich über viele Interessierte in ihren Räumen - zahlreiche davon auch aus den umliegenden Städten und Gemeinden - freuen. Einige griffen gleich zu - besonders Mäntel wurden an dem nasskalten Wochenende gerne anprobiert. Andere ließen sich gleich einen Termin unter der Woche geben. Und wieder andere nahmen sich ein Visitenkärtchen für die spätere Kontaktaufnahme mit. „Ich war angenehm überrascht“, erklärt Kostron, „gerade am Sonntag kamen sehr viele Interessenten“.

Auch in der Bücherinsel kann Claudia Kleene angesichts der Resonanz nur strahlen. „Es war großartig“, so ihr Fazit. Während der Samstag schon sehr gut verlief und man deutlich merken konnte, dass sich die Leute mehr Zeit zum Stöbern und Schmökern nahmen, war es am Sonntag schon so voll, dass man hierfür fast keinen Raum mehr finden konnte. Gerade am vergangenen Wochenende machte sich dann auch der Raumvorteil des neuen Bücherinsel-Standorts bemerkbar. „Hier verläuft es sich dann doch besser“, blickt Kleene durch die neuen großzügigen Räume.

Nicht ganz so enthusiastisch ist man beim Juwelier Heußlein. „Der Sonntag war ganz gut“, sagt Winfried Bender. Seiner Beobachtung nach hätten viele Marktbesucher hauptsächlich gegessen und getrunken.

Eine Beobachtung, die auch Rosa Costa von der Boutique Zecco gemacht hat. „Das war mein schlimmster Martinsmarkt seit 15 Jahren“, sagt die Boutiqueinhaberin. Nur ganz wenige Kunden hätten den Weg in den Laden gefunden, selbst am Sonntag sei es sehr ruhig gewesen. „Heute Morgen habe ich mehr verkauft als am ganzen Martinsmarktwochenende“, so Costa.

Doch, wer weiß, vielleicht ist auch dieser Verkaufserfolg schon eine der nachhaltigen Auswirkungen des 24. Dieburger Martinsmarktes...

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