Lymphkrebs

Ein Dieburger kann Lebensretter werden

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Typisierungsaktion für krebskranken Robert Z. auf dem Campus. Speichel- oder Blutprobe genügt: „Nur fünf Minuten für ein ganzes Leben“ Wer rettet das Leben von Robert Z.? Das Foto mit seiner Schwester Katharina entstand zwei Wochen vor der Diagnose im Dezember. Am 12. Februar findet im „Zeitraum“ des Campus’ Dieburg eine Typisierungsaktion für den jungen Mann, der hier studiert, statt.

Dieburg - Eine seltene Art von Lymphkrebs bedroht das Leben eines jungen Mannes: Am 19. Dezember 2013 wurde bei Robert Z. (22) ein B-lymphoplastisches Lymphom diagnostiziert. Momentan belastet ihn eine Chemotherapie gesundheitlich extrem. Von Jens Dörr 

Doch es gibt eine Chance auf Heilung: eine Stammzellen-Transplantation. Familie und Freunde des Studenten, die teils an der Hochschule Darmstadt (HDA) eingeschrieben sind, organisieren deshalb eine Typisierungsaktion. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen passenden Spender zu finden, lautet ihr großer Wunsch: Möglichst viele Menschen mögen sich am Mittwoch, 12. Februar, zwischen 12 und 18 Uhr im „Zeitraum“ des Campus’ Dieburg - er ist „Außenstelle“ der HDA - eine Blut- oder Speichelprobe entnehmen lassen. Wird ein passender Spender gefunden, würde das womöglich Robert Z.’s Leben retten.

„Im Juli des vergangenen Jahres fing es bei ihm mit starken Rückenschmerzen an“, erzählt Katharina, die Schwester von Robert Z. „Zu dem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass der Krebs schon seine Knochen im Rücken, Brustkorb und Halswirbel-Bereich angegriffen hatte.“ Erst im Dezember kam die schlimme Diagnose. „Damit hätte niemand gerechnet“, sagt die Schwester. „Schließlich ist er ein starker und optimistischer junger Mann, der gerade sein Studium angefangen hat. Doch wie wir alle wissen, kann Krebs - vor allem Leukämie - jeden zu jeder Zeit treffen.“

Derzeit laufen bereits Versuche der Bekämpfung beziehungsweise Verlangsamung der Krankheit. Da der Krebs sehr selten und aggressiv ist, ist die Maßnahme derzeit eine Chemotherapie, die Katharina Z. als „sehr stark“ bezeichnet. „Seine Knochen - vor allem der Halswirbel-Bereich - wurden in den letzten Wochen leider noch weiter angegriffen. Bei einem Bruch wäre eine Querschnittlähmung die Folge.“ Zum Schutz vor einem Bruch müsse Robert Z. momentan ein Oberkörperkorsett tragen, welches ihn sehr einschränke.

Typisierungsaktion der DKMS

Wichtig nun: „Die Ärzte möchten - so schnell es geht - eine Stammzellentransplantation in die Behandlung einfließen lassen.“ Hier kämen die Dieburger - und natürlich auch alle Menschen aus der Umgebung - ins Spiel: Jeder gesunde Mensch ab 18 Jahren könne helfen. „Man muss sich lediglich bei DKMS - eine weltweite Datenbank für Knochenmark-Spenden - typisieren“, so Katharina Z., die hinzufügt: „Das Ganze dauert nicht lange, es ist lediglich eine Speichel- oder Blutprobe nötig.“

Wer das aus zeitlichen oder anderen Gründen nicht bei der Aktion in Dieburg machen will oder kann, hat die Möglichkeit, es über eine Website zu tun. Nach Registrierung, Spende und Auswertung werden die Stammzellen mit denen von Robert Z. - und weltweit anderen Betroffenen - abgeglichen. Bei einer Übereinstimmung folgt ein Anruf. Im Fall von Robert Z. betrug die Übereinstimmungs-Wahrscheinlichkeit mit seiner Schwester hohe 25 Prozent, Katharina Z. konnte allerdings nicht mit einer passenden Stammzellen-Spende helfen. Bei allen anderen Personen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer, aber nicht bei null.

„Gib meinem Bruder und den anderen erkrankten Menschen die Kraft und Hoffnung, bald wieder ein normales Leben zu haben“, lautet der Appell von Katharina Z. Sie hebt noch einmal den kurzen, unkomplizierten Spendevorgang hervor: „Es geht um fünf Minuten - für ein ganzes Leben!“ Die Typisierungsaktion am Mittwoch, 12. Februar wird begleitet vom Dieburger Verein Leukämie- und Lymphom-Hilfe in Hessen. Der Dieburger Holger Bassarek, er ist Vorsitzender, hatte Lymphatische Leukämie (Blutkrebs) und überlebte dank einer Knochenmark-Transplantation. Bassarek arbeitet am Campus Dieburg.

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