Mach's noch einmal, Franz!

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Der erweiterte Vorstand des SC Hassia Dieburg (von links): Jörg Laumann, Heinz-Bernd Enders, Michael Enders, Hubertus Euler, Hans-Friedrich Busch, Franz Christ und Monika Christ. Foto: Dörr

Dieburg - Der Vorgänger und der Nachfolger von Thilo Falk als Sportlicher Leiter des SC Hassia Dieburg ist ein und dieselbe Person: Urgestein Franz Christ, der das Vorstandsamt schon einmal viele Jahre inne hatte, wurde bei der Jahreshauptversammlung des Sportclubs am vergangenen Mittwoch einstimmig in das Amt gewählt. Von Jens Dörr

Der bisherige Sportliche Leiter Falk stellte sich nach zwei Jahren nicht mehr zur Wiederwahl. Als Grund gab der Selbständige zu große berufliche Belastung an, die das zeitintensive Amt nicht mehr zulasse.

50 anwesende Hassia-Mitglieder wählten nach der Entlastung des alten Vorstands Hans-Friedrich Busch aufs Neue als starken Mann an der Spitze. Stellvertreter des Vorsitzenden bleibt Hubertus Euler, der sich im vergangenen Jahr unter anderem bei den Projekten Dachsanierung und Installation einer Solaranlage besonders hervorgetan hatte. Weiterhin in den Vorstand gewählt wurden Jugend-Experte Michael Enders sowie aufs Neue Finanzreferent Detlev Struckmeier. Obwohl Struckmeier an diesem Abend verhindert war, betonte Franz Rohr, der mit Peter Lindemann die Kasse geprüft hatte, die perfekte Arbeit des Rechners. Auch empfahl Rohr, mit dem bisherigen Steuerbüro weiterzumachen.

Das Zahlenwerk für das Jahr 2008 präsentierte als Struckmeiers Vertreter Hubertus Euler. Der zeigte, dass der knapp 500 Mitglieder zählenden Verein - darunter 172 Fußballer unter 18 Jahren, die in 13 Teams spielen und von 32 Trainern betreut werden - im vergangenen Jahr ein Defizit zu verbuchen hatte. Das ging vor allem auf die Großinvestitionen bei Dach und Solaranlage zurück, doch auch die Energiekosten stiegen von 2007 auf 2008 alleine um knapp 5000 Euro. Entspannung gab es auf der Ausgabenseite bei den Kosten für das spielende Personal - wer die auf den einzelnen Akteur und den einzelnen Monat herunterrechnet, bemerkt, dass bei der Hassia niemand wegen des Geldes Fußball spielt.

Apropos Fußball: Thilo Falk ließ selbstverständlich auch die sportliche Situation Revue passieren. Mit dem Abstieg der ersten Mannschaft aus der Gruppenliga und dem Klassenerhalt der zweiten in der A-Liga gab es 2008 eine schlechte und eine gute sportliche Nachricht, den Trainerwechsel in der Winterpause mag jeder selbst bewerten. Die aktuelle Lage verheißt gute Aufstiegschancen für die erste Mannschaft und nicht ganz so gute Klassenerhaltschancen für die zweite. Noch ein eindeutig positives Signal setzte Jugendwart Monika Christ, die vor allem den Trainern und Betreuern im Jugendbereich dankte. Ab der kommenden Saison könnte es nach den letzten Sondierungsgesprächen wieder eine A-Jugend des SC Hassia geben, wohl zunächst als Spielgemeinschaft mit Viktoria Klein-Zimmern. Diese Jugend ist die einzige, die den Blau-Weißen aktuell fehlt - gerade die zweite Mannschaft bekam den fehlenden Nachwuchs bei eigener Personalknappheit intensiv zu spüren. Christ - als eine von drei anwesenden weiblichen Mitgliedern im „Männer-Verein“ SC Hassia - wurde später ebenso wiedergewählt wie die Kassenprüfer Rohr und Lindemann. Außerdem einigten sich die Mitglieder auf die Beisitzer Jörg Laumann und den amtierenden Fastnachts-Prinzen Heinz-Bernd Enders. Den Verwaltungsrat bilden Bertram Siebert, Horst Hölzel, Jakob Braun, Hans Wick und Günther Hahn.

Einen Ausblick gab es von Präsident Busch schließlich zum Mammut-Event des Jahres: Neben „Ducati-Cup“, Hallenturnieren und dem Internationalen C-Jugend-Turnier wird der Sportclub im Juli das Schlossgartenfest ausrichten. „Da hoffe ich auf das Engagement unserer Mitglieder“, so Busch.

Dass diese wirklich mit Herz bei der Sache sind, zeigten die teils doch deutlichen Wortmeldungen während der Aussprache, etwa zum Thema Vereinsgaststätte. Obwohl dem alten Pächter gekündigt wurde, könnte der ab Sommer wieder einen neuen Vertrag bekommen und das Restaurant weiterhin betreiben. Die Entscheidung steht allerdings noch aus, wie bei der - nicht in der Vereinsgaststätte abgehaltenen - Versammlung erklärt wurde.

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