Maibowle zur Tunnel-Premiere

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Einen neuen Zeitplan gibt es für die Arbeiten am Tunnel in der Frankfurter Straße: Im Mai 2011 soll der Verkehr unter den Bahnschienen hindurch rollen können.

Dieburg ‐ Mit einer leckeren Maibowle statt eines Silvester-Sekts könnte man im kommenden Frühjahr auf die Eröffnung des Tunnels in der Frankfurter Straße anstoßen. Von zu Silvester 2011 im Tunnel klingenden Sektgläsern war beim Spatenstich im Jahr 2008 die Rede gewesen. Von Laura Hombach

Zu Beginn dieses Jahres wurde dann sogar ein Termin noch vor dem Silvesterabend 2010 in Aussicht gestellt. Nach neustem Stand der Dinge liegt der Eröffnungstermin nun aber im Wonnemonat des nächsten Jahres. „Damit sind wir wieder in der ursprünglichen Zeitplanung“, so der Pressesprecher des Amtes für Straßen und Verkehrswesen (ASV), Markus Schmitt. Bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung sei es ganz normal, dass es zu zeitlichen Verschiebungen komme, erklärt er den geänderten Zeitrahmen.

An der Baustelle, deren Ausmaße bereits den späteren Tunnel erahnen lassen, arbeiten derzeit zwei Firmen: ein Unternehmen für Straßen- und Tiefbau und eine auf Ingenieurbauwerke spezialisierte Firma. Das Fundament für den Trog, der den späteren Tunnel vor dem Eindringen von Grundwasser schützen soll, hatte zunächst unter Wasser gefertigt werden müssen. Auf dem abgesenkten Gelände hatte sich ein kleiner See gebildet. Jetzt sind Grund- und Oberflächenwasser abgepumpt und die Arbeiten können im Trockenen weitergehen.

Anfang Oktober wird es ernst am Bahnübergang

In diesem Trog entstehen später die Fahrbahnen für den Autoverkehr. Die Fuß- und Radwege verlaufen etwas höher gelegen durch den Tunnel. Dadurch wird Abstand zum motorisierten Verkehr geschaffen und die Steigung verringert, die Radler und Fußgänger mittels Muskelkraft statt PS bezwingen müssen.

Während die Arbeiten sich derzeit auf die Baustelle im direkten Tunnelbereich konzentrieren, wird es Anfang Oktober ernst am Bahnübergang. Die Arbeiten an der Bahnunterführung sind dann so weit fortgeschritten, dass die Baumaßnahme im südlichen Teil der Frankfurter Straße fortgesetzt und dort die Fahrbahn abgesenkt werden kann. Dazu ist eine Sperrung südlich des Bahnübergangs notwendig, erläutert Michael Dingeldey vom Bauamt der Stadt Dieburg.

Großräumige Sperrung über B 45 und B 26

Damit bei den für die Fertigstellung des Tunnel-Projektes nötigen Sperrungen und Umleitungen auch alles reibungslos funktioniert, fand jetzt ein Treffen aller Beteiligten statt, bei dem die nächsten Schritte besprochen wurden. Beteiligt waren das ASV, Vertreter der Stadt Dieburg und des hiesigen Bauamtes, Vertreter der beiden derzeit am Tunnelbau tätigen Firmen, die Dadina, die Untere Verkehrsbehörde sowie die Polizei.

Der Autoverkehr soll für die Zeit der Sperrung großräumig über B  45 und B  26 umgeleitet werden. Fußgänger und Radfahrer können weiter den Behelfsbahnübergang benutzen, der bis zur Straße Am Bahnhof befahrbar bleibt. Lediglich an der Ecke zur Frankfurter Straße kann es auch für Radfahrer und Fußgänger zu Engpässen kommen.

Komplettsperrung für Fahrbahnabsenkung

Bis Ende Februar 2011 soll die südseitige Sperrung der Frankfurter Straße währen. Parallel werden bereits vorbereitende Arbeiten auf der nördlichen Seite vorgenommen. Hier werden die Arbeiten zur Absenkung der Fahrbahn dann im März und April durchgeführt. Für diese Zeit ist eine Komplettsperrung beiderseits der Tunnelbaustelle nötig. Dann müssen selbst Fußgänger und Radfahrer über Alternativrouten rund um die Baustelle geleitet werden.

Und dann soll im Mai - falls es in den Wintermonaten zu keinen Verzögerungen kommt - der Verkehr schließlich durch den lang ersehnten Tunnel rollen können.

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