Bei „Kaiserwetter“ kommen Tausende

Maimarkt in Dieburg: Verkäufe, Kundenkontakt, Spaß

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Putzig anzusehen: alle Kinder, die am Samstag für die Tanzschule Wehrle auf der großen Bühne auftraten.

Dieburg -  Selten hat es der Begriff „Kaiserwetter“ so gut getroffen wie am Wochenende – nicht nur, weil der Marktmeister des 33. Maimarkts des Dieburger Gewerbevereins zum inzwischen neunten Mal Armin Kaiser hieß. Von Jens Dörr 

Allerorten hörte man positives Feedback– ob bei Gewerbetreibenden, Vereinen oder anderen Beteiligten. Bei drei Tagen ohne jedes Wölkchen und Temperaturen bis zu 28 Grad strömten übers Wochenende Tausende zum Maimarkt in die Innenstadt von Dieburg und in das Weindorf mit seinen zwei Bühnen im Fechenbach-Park. Wer bei den Teilnehmern genauer nachfragte, der wurde vor allem dessen gewahr, dass es nicht einfach nur „ganz schee“ ist, wenn das Leben im Herzen des Mittelzentrums pulsiert. Viele Maimarkt-Teilnehmer lobten am Wochenende die ganz konkreten Vorteile, die ihnen aus der Veranstaltung erwachsen. Beispielsweise am Stand von Elektro-Glober in der Zuckerstraße. Dort pries Inhaber Thomas Glober einen brandneuen Staubsauger an. „Zwei habe ich schon verkauft“, sagte er am Samstagmittag. Da war der Maimarkt gerade einmal zwei Stunden lang im Gang. „Der Trend geht zum Zweitstaubsauger“, scherzte Glober – und hatte Sekunden später schon wieder die nächste Interessentin an der Angel.

In einer der wenigen ruhigen Minuten – Globers Betrieb übernahm auf dem Maimarkt auch noch den Bereitschaftsdienst bei Strom- und Wasserversorgung – verriet der Unternehmer zudem, dass er erst kürzlich wieder ein barrierefreies Bad in Dieburg fertig gestellt habe. „Der Auftraggeber hat uns vor drei Jahren auf dem Maimarkt kennengelernt. Daran hat er sich erinnert, als es nun um die Auftragsvergabe ging.“

Einige Meter weiter, am östlichen Ende der Zuckerstraße, ging auch die Notfall-Seelsorge für den Raum Dieburg offensiv auf die Passanten zu. „Wir wollen auf dem Maimarkt zeigen, was Notfall-Seelsorge ist, dass es uns überhaupt gibt“, sagte Waltraud Langer. Die Seelsorger waren nach 2017 zum zweiten Mal mit von der Partie. Ihr größter Erfolg bei der Premiere: „Durch unseren Auftritt auf dem Maimarkt haben wir im letzten Jahr eine neue Mitarbeiterin hinzugewonnen.“ Das sei nicht einfach. Auch in den ersten Stunden dieses Jahrs habe man bereits einige gute Gespräche geführt.

Ähnlich drückte sich am Samstagabend Christoph Schütz aus. „Der Maimarkt ist für uns schon ein festes Ritual geworden. Wir können hier nicht nur unsere neuen Modelle zeigen, sondern führen viele sehr gute Gespräche.“ Dass dabei vereinzelt natürlich auch der Dieselskandal zur Sprache komme, leugnete Schütz nicht. Einfach mit der Aussage „weil es uns Spaß macht und uns Armin Kaiser wieder gefragt hat“ begründete am Wochenende Friedrich Enders die zweite Marktteilnahme der Dieburger Oldtimerfreunde. Sie zeigten einige historische Motorräder in der Rheingaustraße. Enders präsentierte zudem zwei seiner besonderen Schätze: einen Fendt-F20-Traktor von 1953 und eine fahrbare Bandsäge aus dem Jahr 1920. „Die sägt noch heute jedes Jahr Holz für den privaten Bedarf. Besonders daran ist aber auch der Motor. Er wurde einst von der Firma Bauscher aus Miltenberg hergestellt, die es nicht mehr gibt. Der Motor ist sehr selten, ihn kennt kaum jemand.“

Fotos: 33. Maimarkt des Dieburger Gewerbevereins

Die Tanzschule Wehrle hingegen kennt fast jeder – auch dank des Maimarkts. Ihn nutzt das Team um Inhaberin Melanie Wehrle alljährlich, um Gruppen und Solisten (diesmal beeindruckten solo Jana Ruff und Quame Tewelde) vor dem Schloss Fechenbach zu präsentieren. Obwohl Akteure der Tanzschule am Samstag auf den Deutschen „Dance4Fans“-Meisterschaften tanzten, zelebrierten Dutzende von ihnen am Freitag- und Samstagabend vor wie immer vollen Zuschauerreihen ihren Sport.

Das tat am Sonntag auch die Dance Company. Musikalische Akzente setzten diesmal zur Eröffnung der Dieburger A-cappella-Chor ConFuego sowie die Percussion-Band Drumlet am Sonntag. Modenschauen, Live-Musik im Weindorf und im Apfelweinhof, das Entenrennen der Feuerwehr und der neu installierte „Französische Markt“ neben der Stadtpfarrkirche zählten ebenfalls zu den vielen Attraktionen.

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