Polizei setzt bei Radkontrolle aber vor allem auf Aufklärung

Mangels Licht kann's auch Knöllchen geben

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Mit der richtigen Ausstattung fit für den Straßenverkehr: Polizeioberkommissar Jörgen Waldeck nimmt auf dem Marktplatz die kleinen Fahrräder von Luka (links) und Lias unter die Lupe. Die beiden hatten dabei ihren Spaß mit dem „Polizisten zum Anfassen“.                           

Dieburg ‐  „Ich brauch' kein Licht, ich fahr' nur am Tag.“ Von dieser Ausrede eines Radfahrers ließen sich die Beamten auf dem Marktplatz nicht beeindrucken. „Radfahren ohne Licht ist brandgefährlich“, so die Maxime von Hauptkommissar Michael Trumpfheller, der mit seinen Kollegen mitten in Dieburg Position bezogen hatte. Von Ursula Friedrich

Die Zweiradkontrolle sei eine wichtige Präventivaufgabe der Polizei, um Radfahrer notfalls per Knöllchen zur eigenen Sicherheit zu zwingen, meint er. Insbesondere die Beleuchtung, Scheinwerfer sowie Reflektoren, lag den Ordnungshütern am Herzen, aber auch Bremsen, Klingel und mehr wurden überprüft.

Wo Mängel aufgespürt wurden, gab es ein aufklärendes Gespräch und die Auflage, das Fahrrad nachzurüsten und damit auf der Polizeistation vorstellig zu werden.

„Die meisten Leute, gerade Eltern sind sehr einsichtig“, zog Trumpfheller Bilanz. Bei einem Kontrolleinsatz 2008 waren 90 Prozent aller Fahrradfahrer unaufgefordert mit dem aufgerüsteten Drahtesel zur Polizeistation geradelt. Wer sich uneinsichtig zeige, kassiere jedoch auch einmal einen Strafzettel, der bei mangelhafter Beleuchtung rund zehn Euro beträgt.

Noch immer gibt es viele Fahrradunfälle im Landkreis. Im ersten Halbjahr verzeichnet die Polizeistatistik 102 Unfälle, diese Zahl stagniert gegenüber den Vorjahren.

Positiv ist hingegen der Trend bei den Fahrraddiebstählen. Seit rund zwei Jahren ist Polizeioberkommissar Jörgen Waldeck mit diesem Thema betraut. Aufklärungsarbeit gehört zur Diebstahlprävention. „Das Schloss taugt auch nichts“, klärt er eine junge Mutter auf. Mit einem Bolzenschneider könnte das Sicherheitsschloss im Nu geknackt werden. Und: „Das passt in jeden Rucksack“, so Waldeck.

Seit er an markanten Punkten, etwa dem Dieburger Schwimmbad regelmäßige Patrouillen macht, sinken die Fahrraddiebstähle. „Letztes Jahr hatten wir 240 Diebstähle, 2010 nur 180“, so die Bilanz. Und: „Nur ein codiertes Fahrrad kam weg.“ Jörgen Waldeck wirbt deshalb für die Codierung von Fahrrädern, die von der Polizei kostenlos angeboten wird, und Langfingern das Klauen verleidet.

Auch in diesem Jahr soll noch eine Codierungsaktion folgen. Die Polizeistation Dieburg wird in den kommenden Wochen ein eigenes Codierungsgerät erhalten und den den Termin für die Aktion sobald wie möglich über den Dieburger Anzeiger bekannt geben.

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