Viele hunderte Pilger kamen am Donnerstag zum Fest Mariä Geburt nach Dieburg

„Maria weiß, was Not und Krankheit sind“

Am Außenaltar der Wallfahrtskirche kamen die Gläubigen zusammen. Foto: Bernauer

Dieburg - Kalt und zugig ist es am Donnerstag am Außenaltar der Wallfahrtskirche. Doch die vielen hundert Pilger, die am Hauptwallfahrtstag, zum Fest Mariä Geburt nach Dieburg kommen, kann das nicht schrecken. Von Ulrike Bernauer

Mit wind- und regenfesten Jacken, Sitzkissen und zum Teil auch Decken haben sie sich auf den Weg nach Dieburg gemacht. Bereits um 5. 30 und 7 Uhr waren die Gläubigen zu den ersten Eucharistiefeiern eingeladen. Generalvikar Dietmar Giebelmann aus Mainz richtete bei der Eucharistiefeier um 10 Uhr sein Wort an die zahlreich versammelten Pilger.

Die Messe der Marienandacht am Nachmittag hielt Pater Prof. Dr. Leonhard Lehmann. Viele Bildnisse von Maria gebe es gerade an Wallfahrtsorten, führte Lehmann aus. In Dieburg stehe aber bei der Wallfahrtskirche eine der volkstümlichsten. „Wie die Kinder eilen viele Gläubige lieber zu Maria, der Mutter, als zum strengen Vater“, so Lehmann in seiner Predigt. Sieben Schwerter durchbohren das Herz der Maria, bei der Dieburger Marienfigur auf dem Wallfahrtsplatz deutlich dargestellt, ein Sinnbild für die sieben Leidensstationen, die mit der Herbergssuche der Hochschwangeren begonnen und mit dem Sterben ihres Sohnes Jesus Christus geendet hätte.

„Maria hat viel durchlitten, dabei ist sie die Unschuldige“, erklärte Lehmann, „deshalb kann sie vielen Gläubigen auch Antwort geben als eine Frau aus dem Alltag, die weiß was Not und Krankheit ist“. Maria böte der Welt ihren Sohn an, der gestorben sei, damit die Menschen gewaltlos leben könnten.

„In welcher Welt leben wir?“, mit dieser Frage stellte Lehmann den aktuellen Bezug her. Er wünsche sie Religionsfreiheit in aller Welt, auf der Fahrt nach Dieburg habe er neben einem buddhistischen Mönch gesessen, der ins Gebet versunken gewesen sei. Lehmann forderte Religionsfreiheit in allen Ländern, sie müsste nötigenfalls in anderen Ländern auch für die Christen eingefordert werden. Der Pater wünschte sich von den Christen mehr Selbstbewusstsein, „nur durch Beharrlichkeit und Glauben hat auch in Dieburg die Wallfahrt überlebt“.

Eine treue Pilgerin ist Gertrud Mattes. Sie kommt jedes Jahr aus Arheiligen zur Dieburger Wallfahrt. „Ich brauche das, da fühle ich mich so richtig daheim, in der besten Gesellschaft“, sagt die 80-Jährige. In Arheiligen seien mehr evangelische Gläubigen. Die Katholikin vermisst an ihrem Wohnort die Gottesdienste in Dieburg, die auch zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. „Früher sind wir noch vor der Schule zum Gottesdienst gegangen, das vermisse ich, nur hier bin ich in der Kirche richtig daheim“. Anette Ott hingegen ist aus Kirchzell gekommen. „Ich bin heute mit dem Auto gekommen, weil es vom Beruf her nicht anders geht, aber viele Gläubige aus meiner Gemeinde sind zumindest ein Teilstück zur Wallfahrtskirche gelaufen“.

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