St. Martin: An- statt Neubau

Dieburg - „Wir wollen die bestehende Einrichtung nicht ohne Not abreißen“, erklärte Pfarrer Alexander Vogl am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss. Bereits in der Sitzung des Sozial-Ausschusses Ende Oktober war es um die Kindertagesstätte St. Martin der Pfarrei St. Peter und Paul gegangen. Von Laura Hombach

Die Bauaufsicht hatte beanstandet, dass die Kita in ihrem derzeitigen Bauten- und Nutzungszustand nicht mehr der ursprünglichen Genehmigung entspricht. Insbesondere bemängelt wurden dabei die nicht genehmigte Nutzung von Kellerräumen, unzureichende Fluchtwege und eine unfallträchtige Treppe.

Um die Kita auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, braucht die Pfarrei städtische Unterstützung. Für die Sitzung des Sozialausschusses hatte der Magistrat empfohlen, dass die Stadt das Grundstück in Erbpacht von der Pfarrei übernehmen und als Bauherr die neue Kita errichten soll, die dann wieder durch St. Peter und Paul betrieben würde.

Um- und Anbau Gegenstand der Diskussion

An der Bereitschaft zum Engagement für eine attraktive Kita St. Martin hatte sich bis zur Sitzung des Finanzausschusses nichts geändert. Statt des anvisierten Neubaus stand nun aber ein Um- und Anbau zur Diskussion. Architekten hätten sich die bestehende Einrichtung noch einmal angeschaut und festgestellt, dass die Bausubstanz gut sei, so Vogl.

Deshalb favorisiere man nun einen Anbau. Durch An- und Umbauten an das Gebäude sei es möglich, die Gruppenräume auf die geforderte Flächenzahl zu bringen, zum anderen könnten die im Keller gelegenen Räume dann im Erdgeschoss untergebracht werden.

Lediglich der Turnraum im Keller solle erhalten bleiben, durch Abböschung könne hier für mehr Tageslicht gesorgt werden.

Der Haupteingang der Kita soll in Richtung Pater-Delp-Straße verlegt werden. Dort, wo sich heute der Eingang befindet, könnte ein Ersatz für die von der Bauaufsicht bemängelte Treppe in den Keller gebaut werden.

Im Zuge der Baumaßnahmen bestünde zudem die Möglichkeit, einen weiteren Anbau schaffen, in dem ein bis drei U-3 Gruppen (für Kinder unter drei Jahren) à elf Kinder Platz fänden. Für den Anbau würde dann allerdings auch das benachbarte Grundstück, das im Besitz des Bistums ist, benötigt.

600.000 Euro für den Bau von zwei U-3 Gruppenräumen

Mit etwas weniger als zwei Millionen Euro bezifferte Vogl die Kosten für die Gesamtbaumaßnahme inklusive der Räumlichkeiten für zwei U-3 Gruppen. Aufgeschlüsselt bedeutet das: 1,4 Millionen Euro werden für die Ertüchtigung der bestehenden Kita mit 75 Kindern benötigt, 600.000 Euro für den Bau von zwei U-3 Gruppenräumen.

Während für das Flottmachen der Kita lediglich mit marginalen Zuschüssen zu rechnen ist, wird die Schaffung von U-3 Plätzen mit 14 000 Euro pro Platz bezuschusst. Bei einer Schätzung der Kosten für einen kompletten Neubau vom März dieses Jahres habe die Summe weit über zwei Millionen Euro gelegen, so Vogl.

Neben der städtischen Übernahme des Grundstücks in Erbpacht und der daraus resultierenden Bauherrenschaft, gäbe es auch die Variante, dass die Pfarrei als Bauherr auftrete und die Stadt über die Betriebskosten die Refinanzierung übernehme, so Bürgermeister Dr. Werner Thomas.

Ob beide Varianten auch für das Bistum in Frage kämen, werde derzeit noch diskutiert, so Vogl. Auch die Zur-verfügungstellung des benachbarten Grundstücks werde zur Zeit noch besprochen. Bis zum Ende des Jahres sei mit Entscheidungen zu rechnen. Im Januar soll auf Grundlage der Entscheidungen des Bistums dann weiter über die Zukunft der Kita St. Martin beraten werden.

Rubriklistenbild: © Stephanie Hofschlager/pixelio.de

Kommentare