Martinsmarkt lockt viele Besucher nach Dieburg

St. Martin alle Ehre gemacht

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Tausende Besucher genossen bei schönstem Herbstwetter die attraktiven Angebote des 29. Dieburger Martinsmarktes. 

Dieburg - Für ein Säckchen „Taler“ gab es nach kurzem Feilschen ein feines Büchlein mit Ledereinband. „Das Pentagramm hier schützt vor Hexerei!“, versicherte der Buchbinder, der seinen Handwerkstand im Fechenbach-Park aufgeschlagen hatte. Von Ursula Friedrich 

So könnte auch ein Handel anno 1325 von statten gegangen sein, als die Stadt Dieburg ihr Marktrecht erhielt.

Hexerei hin, schwarze Magie her, das Pentagramm auf dem Buchdeckel hat Dieburgs Marktbeschickern auch 2014 Glück gebracht. Ob es nun Petrus Gunst oder mittelalterlichere Mächte waren, die an diesem Wochenende wirkten. Am Samstag und Sonntag bescherte trockenes, herbstliches Wetter mit sonnigen Abschnitten dem 29. Dieburger Martinsmarkt perfekte Bedingungen. Mehrere Tausend Besucher strömten an den drei Tagen zum Markttreiben in die malerische Altstadt. So gab es trotz der hereinbrechenden Kälte am Samstagabend zwischen den rund 140 Marktständen im historischen Herzen Dieburgs kaum noch ein Durchkommen. Heißgetränke, vom hochprozentigen Met des badischen Imkers bis zum Glühwein am Stand des Dieburger Lions Clubs fanden reißenden Absatz.

Wo einst, vor fast 700 Jahren, bereits das Volk zusammenlief, um Waren zu kaufen, das Spektakel von Gauklern, Sängern und Spielleuten zu verfolgen, oder beim Scherenschleifer das Messer wetzen zu lassen, ließ sich auch diesmal trefflich eine Zeitreise unternehmen. Von der Moderne auf dem Marktplatz – wo das Team des rührige Gewerbevereins kleine Gäste zum Luftballonwettbewerb lud, eine riesige Mickey-Maus Ballontiere knotete, eine Fahrt im Riesenrad luftige Ausblicke bescherte und die Prinzengarde an ihrem Stand kräftig den Hunger auf das nahende Fastnachtstreiben schürte – ging es fast nahtlos ins Mittelalter im Fechenbach-Park.

Goetheschule auf Münzen gebrannt

Ein Zwischenstopp empfahl sich am Münzpräge-Stand, an dem Herbert Kosch und sein Team dieses Mal das Konterfei der Goetheschule auf silberne und goldene Rohlinge bannten. Mit lautem Schlag ließ Horst Mann den schweren Bolzen auf güldene Dukaten niedersausen. „Ich habe über 30 Vorbestellungen“, sagte er schmunzelnd. Ein Abstecher vorbei an den Ständen der Freunde aus den Partnerstädten Mlada Boleslav und Aubergenville hauchte dem Markt eine europäische Note ein. „Camembert, Öl, viel Knoblauch, Zwiebel und geheime Zutaten“, verriet Gerald Keijsper die Zutaten des tschechischen Imbisses, den die rund zehnköpfige Delegation aus der Partnerstadt servierte. Eine Spezialität, die durchaus mit dem feinen Calvados aus Frankreich harmonierte.

Derart gestärkt ließ sich eine Anprobe im Zelt des Gewandmeisters leichter ertragen. Mit der Kettenhaube auf dem Kopf und einem viereinhalb Kilogramm schweren Helm konnte man erahnen, welch sprichwörtliches schweres Schicksal ein Ritter ertragen musste. „Möchten sie lieber Räucherwerk oder Geschmeide?“, fragte eine geschäftstüchtige Dame. Die angesprochene Kundschaft war jedoch bereits in das Zelt der Wahrsagerin geschlüpft. Hoffnungsvoll, ein paar positive Zukunftsaussichten erwartend.

Zuckerstraße pünktlich fertig geworden

Orakelt hatte auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas, als er im Vorjahr die Fertigstellung der Zuckerstraße für diesen Herbst ankündigt hatte. Tatsächlich war das Werk pünktlich zum Martinsmarkt vollendet und die Besucher flanierten in dichten Strömen über das sanierte Pflaster, um durch die Dieburger Geschäfte zu bummeln.

Martinsmarkt 2014

Dieburger Martinsmarkt 2014

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