Martinsmarkt lockt zahlreiche Besucher

St. Martin hätt’s gefallen

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Wie der Mantel von St. Martin war das Wetter zweigeteilt: Am Samstag strahlte sogar die Sonne, gestern herrschte Nieselwetter vor. Trotzdem waren die Gassen voller Menschen. Die gebackenen Martinsgänse fanden reißenden Absatz. - Fotos: jd/eha Beliebtheit des Dieburger Markts ist ungebrochen. Wieder Tausende von Besuchern

Dieburg - Die Laune von Petrus war am Wochenende zweigeteilt: Während der 28. Dieburger Martinsmarkt des Gewerbevereins (Marktmeister: Alois Ostner) am Freitagabend ziemlich ins Wasser fiel, blieb es am Samstag trocken. Von Jens Dörr und Lisa Hager

Tausende Besucher fanden so den Weg in die Innenstadt, wo dichtes Gedränge herrschte. Am Sonntag dominierte wieder das Grau und ab zu der Nieselregen: Trotzdem strömten die Besucher zu Tausenden. Der verkaufsoffene Sonntag wurde zum großen Erfolg.

Fast immer gut ist - im Gegensatz zum launischen Wetterverantwortlichen - die Stimmung der Dieburger Musikanten. Sie betrieben am Wochenende einen der 140 Stände, von denen 100 auf dem Marktplatz, in der Zuckerstraße und der Steinstraße sowie 40 im historischen Marktteil im Fechenbach-Park zu finden waren. „Wir sind schon zum 26. Mal dabei, haben letztes Jahr Jubiläum gefeiert“, sagt Musikant Jürgen Schaarvogel. „Seit etwa zehn Jahren sind wir nun an diesem Standort“, meint Schaarvogel. „Für die Dieburger ist das eine richtige Institution geworden.“ In kulinarischer Hinsicht habe man „am Anfang alles Mögliche probiert - von Gulaschsuppe bis Krebsbeinen“. Doch auch schon vor dem 11.11. rinnt in Dieburg ein an Fastnacht besonders geschätztes Getränk durch die Kehlen - zumindest am Stand der Musikanten: „Unser Renner sind die Hütchen.“

Stichwort 11.11.: Den verbinden zwar vor allem die Narren mit dem Beginn der neuen Kampagne, vor allem aber handelt es sich um den Martinstag. Der Gedenktag an den heiligen Martin von Tours, der bekanntlich das Dieburger Stadtwappen ziert, wird auch in den kommenden Tagen noch bei Laternenumzügen eine Rolle spielen. Eine Umbenennung des St.-Martin-Fests in „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ wie jüngst in Bad Homburg würde hier wohl kaum diskutiert. Auch wenn sie am Fuße des Feldbergs keineswegs einen Affront gegen die Katholische Kirche geplant, sondern die Umbenennung aus anderem Grund vorgenommen hatten.

Was sich am Wochenende in Dieburg abspielte, dürfte Sankt Martin jedenfalls gern gesehen haben. Unter anderem mit der Präsenz der Martinsgänse war einer der Bräuche des Martinstags vertreten - auch wenn sie dann seltener quicklebendig denn mit Knödeln gereicht auftauchen. Einen Bezug zum Katholizismus hatten diesmal auch die am Eingang zum Fechenbach-Park geprägten Münzen: Das Team um Herbert Kosch hatte sich nach einer Beratung für die neue Orgel in der Gnadenkapelle als Motiv entschieden. „Die Idee kam vor einem Jahr am Martinsmarkt zustande - damals war noch kein neues Motiv ausgewählt worden“, freut sich Karlheinz Braun vom Orgelbau-Förderkreis, dass dessen Anregung aufgenommen worden war.

Martinsmarkt 2013 in Dieburg

Musikalisch setzte am 28. Martinsmarkt die Eppertshäuser Folk-Band „Saytensprung“ Akzente. Im historischen Marktteil waren unter anderem ein Scherenschleifer, ein Alchimist und ein Geschichtenerzähler mit von der Partie. Aufgrund des späteren Markttermins waren einige Händler und Gaukler bereits anderweitig verplant gewesen, so dass der Martinsmarkt diesmal eine etwas größere Fluktuation bei den Teilnehmern aufwies als gewöhnlich. So fehlte etwa die im Vorjahr durch eine Schwertleite sehr auffällige Luxemburgische Ritterschaft. Sie kehre prinzipiell aber gern wieder nach Dieburg zurück, hieß es aus ihren Kreisen. Das gilt gewiss auch für die meisten Besucher, die am Wochenende in der Innenstadt ihre Seele baumeln ließen.

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