Medien stehen hoch im Kurs

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Professor Tilmann Kohlhaase hielt seine Präsentation über Digital Media und Media Direction komplett auf Englisch.

Dieburg (jd) ‐   Thomas Braun verlebt einen ruhigen Tag: Am Stand des Studiengangs Informationswissenschaft hält sich der Andrang sowohl am Vor- als auch am Nachmittag in Grenzen. „Die, die zu uns kommen, interessieren vor allem Fragen rund um die Kursbelegung“, sagt der Student, der mit einer Handvoll Kommilitonen den Interessierten Rede und Antwort steht.

Dieser Teileindruck täuscht indes, was das ganze Bild angeht: Die diesjährige Infomesse der Hochschule Darmstadt wurde gut angenommen – auch am Campus Dieburg. „Wir profitieren davon, dass das Interesse an den Medien generell sehr hoch ist“, sagt derweil Media-Dekanin und Professorin Andrea Krajewski. Bei den Studiengängen, die sich damit befassen, ist der Andrang ungleich höher als bei den Informationswissenschaftlern oder auch dem BWL-Angebot. So ist etwa die Studiengangspräsentation von Digital Media - im Anschluss an dieses Bachelor-Studium lässt sich das Master-Studium Media Direction anschließen – gut besucht. „You need a lot of energy, it is not done with the left hand“, schenkt hier Professor Tilmann Kohlhaase von Beginn an reinen Wein ein: „Sie benötigen jede Menge Energie, es ist nicht mit der linken Hand getan“, erklärt Kohlhaase also und hält seinen Vortrag dabei komplett auf Englisch. Konsequent, denn auch das spätere Studium findet nahezu komplett in englischer Sprache statt.

Ein kleiner Vorgeschmack für die jungen Menschen, die sich an der Infomesse über das Angebot an der Hochschule und den Studiengängen am Campus Dieburg informieren. Neben BWL und Informationswissenschaft stehen Digital Media, Media Direction, Online-Journalismus und Wissenschaftsjournalismus im Fokus.

Umstellung von Diplom auf Bachelor und Master

Friederike Herrmann, die den Studiengang Online-Journalismus leitet, zeichnet in ihrer Präsentation ein Bild des vielseitigen Studiengangs: Journalistische und gestalterische Bausteine prägen das Studium ebenso wie Kurse sozial- und kulturwissenschaftlicher Ausrichtung. Medienrecht, Ökonomie, und technisches Know-How runden das Studium ab, das vor wenigen Semestern von Diplom auf Bachelor und Master umgestellt wurde. Reibungslos, wie Herrmann den jungen Zuhörern erklärt.

Die wiederum zeigen, dass sie eine wichtige journalistische Eigenschaft bereits mitbringen: Sie fragen der Studiengangsleiterin Löcher in den Bauch. Die meisten der jungen Männer und Frauen kommen frisch von der Oberstufe, haben ihr Abitur in der Tasche oder absolvieren noch den Zivildienst.

Journalismus ist ein Handwerk

Einige ältere Interessenten sind ebenfalls unter ihnen – da taucht dann auch die Frage auf, wie es denn mit der Kinderbetreuung am Campus Dieburg aussieht. Die gibt es allerdings nur am Darmstädter Standort der Hochschule. „Wie weit ist das Studium denn Handwerk, wie weit ist es Kunst?“, will ein anderer angehender Hochschüler wissen. „Keiner diskutiert heute mehr darüber, dass der Journalismus auch ein Handwerk ist“, entgegnet Herrmann.

Damit diejenigen, die bei der Infomesse der Hochschule vielleicht schon das gefunden haben, was sie studieren möchten, das auch tun können, müssen sie sich in einigen Studiengängen allerdings mächtig strecken: Viele der platzmäßig limitierten Studiengänge in Dieburg sind regelmäßig mehrfach überbucht. Entsprechend fällt der Numerus Clausus so aus, dass ein Dreier-Schnitt im Abitur meist nicht ausreicht. Im Online-Journalismus etwa liegt die Mindestanforderung meist im Bereich von 2,0 bis 2,3. Bewerbungen für das Ende September startende Wintersemester sollten baldmöglichst eingereicht werden. Bei Digital Media beispielsweise bildet der 1. Juni die Deadline, wie Dekanin Andrea Krajewski sagt.

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