Mehr Schutz für Schüler

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Ein Marienkäfer, von Reifenprofilen verunziert: Mit diesem Symbol wendet sich der Schulelternbeirat - hier mit Ordnungspolizeibeamten Karlheinz Bonifer (rechts) – gegen den gefährlichen Autoverkehr vor der Schule.

Dieburg ‐  Wer schnell einen Brief beim Finanzamt einwerfen will, muss künftig gut aufpassen: Eben mal mit dem Auto vor dem Amt halten, aussteigen und seine Papiere loswerden - das soll es zukünftig streng genommen nicht mehr geben. Im Bereich vor dem Finanzamt herrscht nun absolutes Halteverbot. Von Jens Dörr

Das hat allerdings weniger mit den dortigen Besuchern zu tun als mit Eltern, die ihre Kinder an der Marienschule vis-à-vis abliefern wollen: „Chaotische Szenen“ besonders morgens und mittags, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen und wieder mit dem Auto abholen, hat der Schulelternbeirat ausgemacht. „Eltern fahren mit ihren Autos in die unübersichtliche Straße hinein, parken auf dem Bürgersteig oder mitten auf der Fahrbahn“, hat Günter Hüttig vom Beirat festgestellt. Gerade dabei werde übersehen, wie diese Eltern mit ihren Wagen die anderen Kinder in dem Gewusel gefährdeten. Es sei reines Glück, dass bis jetzt noch nichts Schlimmes passiert sei, so Hüttig. Wo doch besonders um die Grundschulen herum äußerste Vorsicht herrschen sollte.

"Schulweg-Gefährder" auf Risiken aufmerksam gemacht

Am Montag starteten die engagierten Eltern der Marienschüler mit Unterstützung der Polizei und Bürgermeister Dr. Werner Thomas daher die Aktion „Sicherer Schulweg“. Dabei wiesen Elternbeiräte „Schulweg-Gefährder“ auf die riskante Situation hin. Dies könne etwa die Tatsache sein, dass ein Kind zwischen anscheinend parkenden Autos über die Straße laufen will, von einem am Bordstein startenden Wagen dann aber angefahren werde. „Die Falschparker sollen in einem freundlichen Gespräch davon überzeugt werden, sich künftig anders zu verhalten, es werden Handzettel verteilt, welche die Problematik erläutern und auf Ersatz-Parkmöglichkeit in der Frankfurter Straße im Bereich der Turnhalle hingewiesen“, beschreibt Hüttig das Vorgehen bei der Aktion. Um die Problematik auch Passanten großflächig vor Augen zu führen, brachte das Team Transparente am Zaun der Marienschule an, die auf unbestimmte Zeit hängen bleiben sollen. Auf dieser Seite der Marienstraße herrscht vor der Schule bereits absolutes Halterverbot, so dass Autos auf den Bürgersteigen künftig der Vergangenheit angehören sollen.

"Haifischzähne" werden ignoriert und zugeparkt

Nötig wurde die Maßnahme mit dem neuen Halteverbotsschild auch, weil die so genannten „Haifischzähne“, die seit kurzem den Bereich vor dem Finanzamt zieren, von den Autofahrern nicht berücksichtigt und regelmäßig zugeparkt würden.

Karlheinz Bonifer, Ordnungspolizeibeamter der Stadt Dieburg, betonte im Rahmen der Installation des Schildes, dass bei Zuwiderhandlung – also dem Halten im absoluten Halteverbot - 15 Euro Verwarnungsgeld fällig würden. Um den Verkehr rund um die Schule generell zu verringern, wünschten sich Bürgermeister Thomas und der Elternbeirat zudem vor allem eins: dass die Marienschüler künftig zahlreicher zu Fuß in die Schule kämen. Gerade die Bewegung vor der ersten Unterrichtsstunde habe positive Effekte. Zudem würde der Schulweg von den Kindern in der Regel nicht als Belastung angesehen, könnten sie dort doch gemeinsam mit ihren Freunden gehen.

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