Erste Frau an der Spitze des Stadtverbandes

Melanie Wehrle führt CDU

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Der neue Vorstand der CDU Dieburg (v. l.): Dominik Preußner, Friederike Wick, Harald Schöning, Friedrich Jakob, Melanie Wehrle, Karl-Heinz Krimm, Marc Hiltrop, Boris Freund, Sebastian Albert, Wolfgang Schupp, Iris Landgraf-Sator, Ralph Frankenbach und Fraktionsvorsitzender Renée Exner.

Dieburg - Melanie Wehrle folgt auf Renée Exner an der Spitze des CDU-Stadtverbandes. Ihren Entschluss zur Kandidatur unterstützte auch ein bekannter Sozialdemokrat. Von Jens Dörr

Erste Frau, die in der 72-jährigen Geschichte den Dieburger CDU-Stadtverband führt: Tanzschul-Betreiberin Melanie Wehrle.

Es darf wohl als historischer Moment bezeichnet werden, als in der Römerhalle das Ergebnis der Vorstands-Neuwahlen der CDU Dieburg verkündet wurde: In Melanie Wehrle führt seit diesem Augenblick erstmals in der 72-jährigen Geschichte des Stadtverbands eine Frau die hiesigen Christdemokraten. Dabei erhielt sie vor ihrer Kandidatur zur Vorsitzenden und Nachfolgerin von Renée Exner sogar Zuspruch durch den politischen Mitbewerber.
Denn Wehrle, deren Lebenspartner seit einigen Jahren SPD-Landrat Klaus Peter Schellhaas ist, wurde auch aus dieser Richtung nicht gebremst – im Gegenteil: „Pit hat mich sogar ermutigt, das zu tun“, sagt die 52-jährige Betreiberin der gleichnamigen Dieburger Tanzschule. „Er findet es gut, wenn sich jemand in einer demokratischen Partei engagiert.“ Und wie Wehrle betont, sei sie gegenüber der CDU auch in den vergangenen Jahren immer loyal gewesen.

Sie selbst habe mit Blick auf die Bundestagswahl Ende September „auch das AfD-Ergebnis in Dieburg erschreckt“, gibt sie derweil zu. Die Alternative für Deutschland hatte in der Stadt 9,3 Prozent der Zweitstimmen erzielt. Vor allem aber wolle sie in der Dieburger CDU nach dem enttäuschenden Abschneiden von Renée Exner bei der Bürgermeister-Wahl und einem im Vorfeld nicht gerade an einem Strang ziehenden Stadtverband wieder Aufbruchsstimmung erzeugen. Sie wolle nun „Ruhe und Geschlossenheit“ reinbringen.

Renée Exner hatte im Mai angekündigt, den CDU-Vorsitz abzugeben.

Zwei Wochen vor der Versammlung in der Römerhalle habe sie ihren Entschluss zur Kandidatur endgültig gefällt, erzählt Wehrle. Am Freitag erhielt sie (bei fünf Gegenstimmen unter den 45 anwesenden Mitgliedern des etwa dreimal so großen CDU-Stadtverbands) das Vertrauen ausgesprochen. Einen Gegenkandidaten hatte sie nicht.

Nun freut sich die Unternehmerin, die seit der letzten Kommunalwahl auch ein Mandat im Dieburger Stadtparlament innehat, einerseits auf den Landtags-Wahlkampf. Sie will aber auch „den innerparteiischen Dialog neu anstoßen“. Es sei für einen Stadtverband durchaus „belebend, wenn es verschiedene Strömungen gibt“. Diese müssten dann aber doch zu einer gemeinsamen Linie finden. Eine Maßnahme, die direkt am Freitag ergriffen wurde: „Es ist für mich ganz wichtig, dass nach den Wahlen im neuen Vorstand alle Strömungen und Altersklassen vertreten sind.“

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So hat Wehrle als Stellvertreter nun einerseits den erfahrenen Kommunalpolitiker Wolfgang Schupp an ihrer Seite, andererseits in Friederike Wick auch die Ex-Vorsitzende der Jungen Union Dieburg. Schatzmeister bleibt Marc Hiltrop, zur Schriftführerin und Nachfolgerin von Boris Freund wählten die Mitglieder Iris Landgraf-Sator. Freund bleibt dem CDU-Vorstand aber als Beisitzer erhalten. Als Beisitzer im Amt bestätigt wurden Karl-Heinz Krimm, Susanne Albers und Dominik Preußner. Neu in dieser Funktion sind im CDU-Vorstand neben Freund auch Friedrich Jakob, Ralph Frankenbach und Sebastian Albert. Für das Schriftführer-Amt und die Beisitzer-Position hatte es sogar weitere Kandidaten gegeben. Als Stadtverordneten-Vorsteher kooptiertes Mitglied ist Harald Schöning.

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