Metropolen, Regierungen: 25 Jugendliche auf Tour

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Jugendliche aus Dieburg und Mladá Boleslav posieren auf dem Wenzelsplatz beim gemeinsamen Erkunden der tschechischen Hauptstadt Prag.

Dieburg/Prag ‐   „Unsere Metropolen - unsere Regierungen“: Unter diesem Motto steht ein deutsch-tschechisches Jugendprojekt der städtischen Jugendförderung Dieburg. Insgesamt 25 junge Leute aus Dieburg und dem tschechischen Mladá Boleslav erkunden dabei unter Leitung von Stadtjugendpfleger Paul Huttarsch und Ivana Sakarová die Hauptstädte ihrer Länder und schauen sich auch in den Regierungszentralen um. Den ersten Teil des Projektes verbrachte die Gruppe jetzt mit fünf Tagen in Tschechien.

Beim Besuch im Prager Abgeordnetenhaus und im Senat lernten die Jugendlichen etwas über die Entwicklung des tschechischen Parlamentarismus und das Zweikammernsystem. „Der Senator war sehr nett und hat viel Interessantes über seine Arbeit erzählt“, lobte die 15-jährige Carmen Beckmann aus Dieburg das Gespräch mit Senator Prof. Dr. Jaromír Jermár. Etwas erstaunt war die 17-jährige Marleen Müller, dass das tschechische Parlament nicht oben auf der Prager Burg, sondern eher unscheinbar ganz unten auf der „Kleinen Seite“ zu finden ist.

Neben der großen Politik lernte die Projektgruppe aber auch etwas über das Leben in einer tschechischen Stadt kennen. In Mladá Boleslav durften sich sogar alle am Sport- und Englischunterricht einer Schule beteiligen. Wie es ist, auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu stehen, konnten die Jugendlichen bei einer Führung durch das schmucke Jugendstil-Theater von Mladá Boleslav ausprobieren.

ŠKODA-Werk erinnert an Merck

Beeindruckt waren die Jugendlichen auch vom ŠKODA-Automuseum und vom riesigen Firmengelände bei der Werksbesichtigung des tschechischen Autobauers. „Das ŠKODA-Werk ist es so ähnlich wie bei uns die Firma Merck - das hätte ich nicht gedacht“, staunte die junge Dieburgerin Carina Enders (16). „Es ist interessant, etwas über die Geschichte von Mladá Boleslav zu erfahren“, fand indess die 14-jährige Vanessa Jansen bei der Besichtigung des spätgotischen Palastes „Tempel“, in dem viele archäologische Funde ausgestellt sind. Für die tschechischen Projektteilnehmer gab es freilich nicht so viel Neues zu entdecken. Sie waren mehr in der Gastgeberrolle. „Aber ich freue mich jetzt schon auf den Besuch in Berlin“, meinte der 18-jährige Jakub Helis aus Mladá Boleslav. Denn vom 11. bis 16. Mai steht der Gegenbesuch in der deutschen Hauptstadt an mit Besichtigung des Bundestages und einem Planspiel im Bundesrat zum Gesetzgebungsverfahren in der Bundesrepublik. Gefördert wird die deutsch-tschechische Jugendbegegnung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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