20 Millionen Euro für Schwimmausbildung im Kreis

Hoffnung fürs Trainingsbad: Landrat legt Bürgschaftsprogramm vor

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Das Hallenbad in Dieburg wird 2019 abgerissen. Der Wassersportverein, der das Bad betreibt, setzt sich für einen Neubau ein.

Dieburg -  Neue Hoffnung für das Dieburger Trainingsbad: Landrat Klaus Peter Schellhaas stellte dem am Mittwochnachmittag tagenden Infrastruktur-, Gesundheits- und Umweltausschuss (IGUA) seinen Vorschlag für ein Bürgschaftsprogramm über 20 Millionen Euro zur Sicherung der Schwimmausbildung im Landkreis Darmstadt-Dieburg vor.

Mittels über die Bürgschaft abgesicherter Darlehen sollen Vereine des Landkreises in die Lage versetzt werden, bestehende Hallen- und Freibäder zu modernisieren oder gegebenenfalls neu zu bauen.

Auf diese Weise will der Landkreis auch weiterhin ein ausreichendes Schulschwimmangebot gewährleisten. Das allgemeine Bädersterben macht auch vor der Region nicht halt. Zuletzt war das Hallenbad in Pfungstadt für den Schwimmunterricht weggebrochen, was zu einer erschwerten Planung und längeren Anfahrtswegen für die Kinder führte.

Das in Dieburg vom dortigen Wassersportverein betriebene Trainingsbad schließt spätestens im kommenden Jahr.

„Der Kreis beschränkt sich auf die Absicherung der Darlehensverträge, die den jeweiligen Geschäftsbanken obliegen werden“, erläutert Landrat Schellhaas. „Antragsteller müssen einen Businessplan vorlegen, aus dem mindestens der kostendeckende Betrieb des Bades hervorgeht.“ Der Beschlussvorschlag soll dem Kreistag in seiner nächsten Sitzung am 23. April vorgelegt werden. Dieser soll in jedem Einzelfall über eine Bürgschaft entscheiden. Wird diese gegeben, ist dem Kreis ein Nutzungsvorrang zum Schulschwimmen einzuräumen.

„Schwimmkurse dürfen nicht als Privileg verstanden werden, sondern dienen der Sicherheit unserer Kinder“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas. „Bundesweit können mehr als die Hälfte aller Zehnjährigen nicht mehr richtig schwimmen, also zählt der Erhalt jedes einzelnen Schwimmbads.“

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Der WSV Dieburg, der das Trainingsbad betreibt, hat eine Absichtserklärung der Stadt erwartet, eine Bürgschaft von etwa 3 Millionen Euro zu übernehmen, wenn der Verein den Neubau stemmt. Hintergrund: Die Hausbank des WSV will einen Kredit nur gewähren, wenn die Stadt die Bürgschaft übernimmt. Aus dem Stadtparlament gab es dazu unterschiedliche Meinungen.

Für den Neubau würde die Stadt das Grundstück einbringen und für die Erschließung sorgen. Wenn der Kreistag dem Landrat folgt und seinem Bürgschaftsprogramm zustimmt, müsste die Stadt Dieburg damit keine Bürgschaft stellen. (st/jd)

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