Pächter-Trio setzt letzte Unterschrift unter unbefristeten Vertrag / Petition nun überflüssig

Mini-Café: Jetzt kann’s richtig losgehen

Hat seit Montag täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet, bekommt in Kürze Liegestühle und bald auch „normale“ Tische und Stühle: das „Mini-Café“ auf dem Marktplatz. Foto: dörr

Dieburg – In den vergangenen Tagen gab es Irritationen um das „Mini-Café“ auf dem Dieburger Marktplatz: Eine Kundin hatte am Wochenende eine Online-Petition gestartet, in dem sie für die Fortführung des prominenten Gastro-Objekts unter den Betreibern Lars und Sabine Wiessner sowie Dirk Wilhelm warb.

Mit der Begründung, der städtische Magistrat wolle die Zusammenarbeit mit dem Trio Ende September schon wieder beenden. Das Gegenteil ist (nun) aber der Fall: Im „Mini-Café“, bereits geöffnet seit dem 1. Juni, kann es ab sofort und weiter unter der Leitung von „WWW“ richtig losgehen. .

Hintergrund der Verwirrung und der Sorge einiger Gäste: Die Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Stadt auf der einen Seite sowie der GbR von Wilhelm und den Wiessners auf der anderen hatte sich mehrfach verzögert. Zunächst wegen inhaltlicher Anpassungen; zuletzt, weil aus den Reihen des Pächtertrios noch die Unterschrift von Wilhelm fehlte. Die hat der Dieburger, der solo auch „Dirk’s Kuchen- und Tortentheke“ in der Rheingaustraße sowie mit der gemeinsamen GbR „Dirk’s Café Ostheimer Genussmanufaktur“ in der Zuckerstraße betreibt, nach eigener Auskunft am Wochenende allerdings unter das Papier gesetzt. Die Stadt hatte darauf bestanden, dass alle an der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (einer einfachen Form der Personengesellschaft, meist zur Erreichung eines gemeinsamen unternehmerischen Ziels) Beteiligten den Vertrag unterschreiben.

Dies ist nun geschehen, „WWW“ haben der Stadt das von allen unterzeichnete Schriftstück zukommen lassen. „Es handelt sich um einen unbefristeten Mietvertrag“, sagt Lars Wiessner. „Jetzt haben wir Sicherheit für die Zukunft, jetzt kann ich auch die Möbel bestellen.“ Bisher stehen am „Mini-Café“, das von seiner Außenbewirtung lebt, ausschließlich selbst gezimmerte Tische und Sitzgelegenheiten aus Holzpaletten – was die einen kreativ und einladend finden, die anderen weniger schön und durch das recht tiefe Sitzen auch unpraktisch. In den nächsten Tagen wird das Café-Team bereits Liegestühle ergänzen; etwas später sollen dann auch „normale“ Tische und Stühle folgen. „Ich wollte dafür ohne den Vertrag ja nicht einfach 5 000 Euro investieren“, erläutert Wiessner, warum die Gäste in den ersten Wochen auf klassisches Mobiliar verzichten mussten.

Mit der letzten Unterschrift unter den (zuvor unter anderem schon von Bürgermeister Frank Haus signierten) Pachtvertrag haben sich seit Montag auch die Öffnungszeiten geändert. Bislang hatte das „Mini-Café“ zum Leidwesen vieler montags bis donnerstags erst ab 16 Uhr geöffnet. Nun ist täglich von 10 bis 22 Uhr auf. „Laut Vertrag müssen wir an mindestens sechs Tagen pro Woche mindestens von 11 bis 21 Uhr öffnen“, so Lars Wiessner. Gestaltungsvorgaben zum Mobiliar seien im Vertrag im Übrigen nicht enthalten.

Über den Zuspruch aus der Kundschaft – die Online-Petition der Kundin hatten in Windeseile mehrere Dutzend Personen unterstützt und in ergänzenden Kommentaren oft betont, dass sie die Palettenmöbel ziemlich cool und als „mal was anderes für Dieburg“ erachten – habe sich das Team des „Mini-Cafés“ unterdessen natürlich gefreut.  jd

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare