Kinderumzug in Dieburg

Mini-Fastnachter an der Macht

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Sie freuten sich gestern über ihr närrisches Fußvolk: Kinderprinzessin Celina I. und Kinderprinz Finn I.

Dieburg - Hatte sich der KVD in der Jahreszeit geirrt? Strahlender Sonnenschein beim Kinderumzug. Von Lisa Hager

Die süßen Gartenzwerge konnten sich beim Kinderumzug über frühlingshafte Temperaturen freuen.

Um 13.30 Uhr scheint die Sonne auf die Krokusse in den Vorgärten, Vögel versuchen mit den ersten Fastnachtshymnen zu konkurrieren, die ein laues Lüftchen herbei weht. Junge Gardisten huschen schnell noch mit Eisbechern in der Hand an den Zuschauern vorbei, die sich schon in der Zuckerstraße postiert haben. Nein, ein Blick aufs Handy bestätigt: Es ist der 23. Februar, der Sonntag des Kinderumzugs. Haben die Nachwuchsfastnachter in Vorjahren schon alle Wetter erlebt – von Schneetreiben über Eiseswinde bis zum Pappnasen erweichenden Dauerregen reicht die Palette – wurden sie gestern mit Kaiserwetter belohnt. Da kam so mancher Eisbär im dicken Fell beim „Hippe uff de Gass“ ins Schwitzen.Entsprechend gut gelaunt zog dann auch der 55 Nummern umfassende Zug durch die Innenstadt, freudig begrüßt und bejubelt von den Zaungästen an den Straßenrändern. Die Älteren übten dabei schon mal für Fastnachtsdienstag, wenn’s dann mit der Narretei so richtig ernst wird. Fastnächtlich erstaunlich pünktlich setzten sich die Kleinen in Bewegung. Der sechsjährige Nico hatte auch gleich die pragmatische Erklärung parat: „Wir wollen fertig werden, weil danach geht’s zur Party in die Römerhalle.“

„Star Wars und Roboter“ war das Thema der Kita St. Martin und als Zwerge von den sieben Bergen kamen die Kinder der Kita Ruhbäumchen. In glänzendes Bonbonpapier hatten sich die Kinder der Muggelburg appetitlich eingewickelt und die Kita St. Wolfgang schickte Paradiesvögel auf die Gasse.Eine nicht einzunehmende Burg scheint die Kita St. Josef zu sein, wenn man sich die Zugteilnehmer so betrachtete und die Gartenzwerge vom Kindernest hatten angesichts der Temperaturen schon Frühlingsgefühle.Viele bunte Maler Klecksels entließ die Marienschule auf die Straße, musikalisch begleitet von Schulleiter Lothar Oberle und seiner „Quetsche“. „Gutenbergs Erben“ von der gleichnamigen pädagogischen Einrichtung riefen lautstark „Äla“. Aufs Wams hatten sie sich Buchstaben geheftet, ein flotter Federkiel unterstrich das historische Outfit.

Viele traditionelle Fastnachtsgruppen waren dabei

Mit dabei waren auch viele traditionelle Fastnachtsgruppen, die teilweise ihre Vorjahres-Kostüme noch einmal ordentlich lüfteten. Aus welchen EU-Töpfen die Gersprenz-Reise der Griechen („Pitschedibbler“) finanziert wurde, blieb bis Redaktionsschluss ungeklärt. Die Einradler des Turnvereins zeigten keinerlei „karnevalistisch bedingten Schwankungen“: Sie saßen sicher im Sattel. Der Reitclub hatte zwei Ponys dabei, die sich mit Mini-Hütchen ebenfalls kostümiert hatten.Die „Brebeldippe“, die Gruppe des Kinderprinzen, und die „Knallköpp“, die Heimat Ihrer Lieblichkeit, freuten sich natürlich besonders auf den Schluss des Zuges: Da winkte das Kinderprinzenpaar Finn I. und Celina I. dem närrischen Fußvolk zu und spendierte mit offenen Armen alles, was die Kartons hoch oben auf dem Wagen hergaben.„Du musst dich schon auch mal selber bücken“, meinte ein Papi zu seiner pinkfarben gewandeten Prinzessin, die hoheitsvoll am Straßenrand stand. „Mir tun schon die Knie weh“, seufzte er und füllte seine aufgeklaubte „Gutsje“-Beute ins – natürlich ebenfalls pinkfarbene – Handtäschchen des Edelfräuleins.

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