Designerin Bärbel Kostron ab morgen am Marktplatz

„Mode ist Laune“

Bärbel Kostron zeigt zwei ihrer Modelle.

Dieburg - (ves)   „Mode ist Laune, sie unterstreicht die Stimmung der Trägerin und zeigt sich lebendig“, charakterisiert Bärbel Kostron ihre Arbeit. Auf die Trägerin individuell abgestimmt, entwirft Kostron das Modell - ganz abseits aktueller Trends. „Mode soll ein lebendiger Prozess bleiben“, sagt die Dieburger Designerin.

Nachdem Kostron ihre Schneiderlehre und Ausbildung zur technischen Assistentin an der Bekleidungsfachschule Aschaffenburg abgelegt hatte, verfeinerte sie ihre Kenntnisse in verschiedenen Ateliers. Sie war für bekannte Labels wie „First Avenue“ in Offenbach, Fink-Moden, in der Musterabteilung Louis Feraud in Darmstadt und bei Toni Schiesser in Frankfurt tätig. Hier schuf sie die Basis für die Auszeichnung mit dem Bayerischen Meisterpreis, den sie 1995 bekam. Im Anschluss war sie Direktrice bei Jardin du Mode in Eschborn. 2005 erhielt Bärbel Kostron den Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk und eröffnete ihr zweites Atelier in Wiesbaden.

„Damals regte sich bei mir der Wunsch nach Selbstständigkeit“, blickt Kostron zurück. Es ergab sich, dass sie erste Räumlichkeiten in Dieburg fand. Und so gründete sie 1997 ihr eigenes Label. Vor rund vier Jahren wurden die Räume zu klein und sie zog in das Atelier in der Steinstraße um. Hier gestaltete die Schneiderin mit ihrem Team in den letzten Jahren einzigartige Kollektionen. „Unser Schwerpunkt sind eigentlich Jacken und Mäntel“, berichtet Kostron. „Im Sommer kommen natürlich Kleider hinzu und wir begehen auch gerne einmal neue Wege, indem wir verschiedene Farben ausprobieren.“

Die Kollektionen zeigen exklusive Kreationen auf der Basis ausgesuchter natürlicher Stoffe wie Leinen aus kontrolliertem Anbau, Seide, Schurwolle, Cashmere oder Angora. Klare Formen und Schnitte stehen im Vordergrund und „das Einfangen von Bewegung gestalten wir mit Enthusiasmus“, sagt Kostron.

Ausgefallene Kragenformen, Spiel und Kombinationen mit Materialien zeichnen die Modelle aus. „Es entsteht eine tragbare Mode, die die Individualität ihrer Trägerin unterstreicht.“ Die Kollektionen werden nicht auf Masse gefertigt. „Es gibt unsere Modelle in Kleinserien, begrenzter Stückzahl oder als Unikate“, sagt Kostron.

Ab Freitag ist Kostron am Marktplatz zu finden: Zusammen mit der „Bücherinsel“, die in das ehemalige Möbelhaus Engelhard zieht, wird eine für Dieburg einzigartige Kombination von Mode und Literatur geschaffen. „Wir haben Platz und unsere Kreativität erhält größeren Raum“, freut sich Kostron. Eine persönliche Verbindung besteht zwischen ihr und der Familie Kleene, die das „Bücherinsel“-Projekt schultert, seit langem. „Es gab bereits gemeinsame Projekte und wir sind durch die Freude an schönen Dingen miteinander verbunden“, so Kostron.

Wenn sich die Räume morgen öffnen, wird die neue Herbst-Winter-Kollektion für das Publikum bereit sein. „Neben klassischen Materialien arbeiten wir in der Kollektion mit zu 100 Prozent pflanzengefärbten Stoffen, die auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit - umweltschonend, ökologisch wertvoll und qualitativ hochwertig - hergestellt werden“, berichtet Kostron. „Es hat uns eine besondere Freude bereitet, unser Design der klaren Linie mit diesen Stoffen zu verwirklichen.“

Kommentare