Moderne Schatzsuche per Internet und GPS

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Verschiedene Gegenstände, die in einem Versteck gefunden wurden - darunter ist auch ein Logbuch.

Dieburg -  „Geocaching ist ein neuer Trend, der den Menschen wieder in die Natur bringt“, sagt Forstamtsleiter Helmut Seitel, „daher findet es auch die Unterstützung vieler Wandervereine.“ Der Begriff Geocaching leitet sich vom griechischen „geo“ (Erde) und vom englischen „cache“ (Lager) ab und lässt sich am besten als eine Art moderner Schatzsuche oder Schnitzeljagd beschreiben. Von Verena Scholze

Die Verstecke werden mit Angabe der geographischen Koordinaten auf entsprechenden Seiten im Internet veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Beim Geocache handelt es sich meist um einen wasserdichten Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie verschiedene Tauschgegenstände befinden. Jeder, der diesen Schatz gefunden hat, trägt sich in das Logbuch ein, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Danach wird der Geocache wieder an der Stelle versteckt, an der er entdeckt wurde. Der Fund wird im Internet auf der zugehörigen Seite vermerkt und oftmals durch Fotos ergänzt. So können der „Eigentümer“ dieses Caches und auch andere Personen die Geschehnisse rund um die Suche verfolgen.

Gefunden: ein wasserfester Behälter.

Seit dem Jahre 2000 verbreitete sich das Geocaching rasend schnell. Allein in Deutschland soll es unterdessen über 44 000 Verstecke geben, von denen die meisten im Umkreis der Großstädte liegen. Die Faszination Geocaching ist schwierig auf den Punkt zu bringen, denn so unterschiedlich wie die Cachetypen, so abwechslungsreich wie die Landschaften, in denen Caches versteckt sind, so verschieden sind auch die Geocacher-Typen. Während die einen Geocaching als Zusatzattraktion beim sportlichen Wandern betreiben, nutzen andere den Reiz der Schatzsuche einfach, um ihre Kinder und Familien zu Ausflügen zu bewegen. Die einen reizt besonders die Knobelei und das Suchen, andere hassen genau dies, denn für sie liegt der Spaß eher darin, sich durch unwegsames Gelände zu kämpfen oder einfach nur schöne Touren zu machen und die reine Schatzsuche dabei nur als kleine Nebenfreude „mitzunehmen“.

Aber eine Gemeinsamkeit gibt es immer: Der mit dem Geocaching verbundene Spaß. Spaß am Unterwegssein, am Draußensein. Spaß an der Suche und der Knobelei und der Herausforderung. Und Spaß am Austausch mit anderen Geocachern, über die Logbucheinträge, über die einschlägigen Websites oder Foren oder auch bei Treffen, so genannten Event-Caches.

Ein Versteck unter einer Baumwurzel

Auch im Raum Dieburg sind bereits Caches angelegt und die Koordinaten im Internet verbreitet worden. So sind an einem See nahe Münster, auf einer Wiese in Dieburg oder auf einem Wiesenfeldweg zwischen Groß-Umstadt und Altheim Verstecke bekannt. Auch auf einem Kinderspielplatz in Groß-Zimmern wurden bereits Caches gesichtet. „Problematisch wird es, wenn die Natur darunter leidet“, so Seitel. „Geocaching wird nur solange akzeptiert oder erlaubt, solange der Schutz der Natur und das Interesse der Flächeneigentümer gewährleistet bleiben.“ Viele Betreiber der Internetseiten weisen speziell auf das Verhalten in der Natur hin, geben den Aktiven entsprechende Tipps mit auf den Weg und weisen auf die Naturschutz-, Wald- und Forstgesetze hin. Ein besonderes Tabu sind Naturschutzgebiete. Diese werden speziell ausgewiesen, um den Schutz von Natur und Landschaft zu gewährleisten. Ein Betreten ist, sofern gestattet, auf die Wege beschränkt.

Caches abseits der Wege sind nicht erlaubt. Auch Biotope sollten unbedingt gemieden werden, denn diese seltenen Lebensräume bieten Tieren und Pflanzen einen wichtigen Lebensraum.

Auch Baumhöhlen sind keine geeigneten Verstecke, da diese oftmals Lebensstätten vieler geschützter Vogelarten und auch von Fledermäusen sind, die in Deutschland als hochgradig gefährdet eingestuft sind.

Man sollte sich speziell in den Brutzeiten besonders sensibel verhalten“, erklärt Seitel. Die Brut- oder Aufzuchtphasen sind kritische Zeiten für Vogel- und Wildarten. So können Störungen beispielsweise eine ganze Vogelbrut vernichten. Das Verlassen der Wege sollte daher eine Ausnahme bleiben, und ganz besonders nachts sollten die Schatzsucher die Wege nicht verlassen. „Wir sollten unser Verhalten in der Natur überdenken und die Lebensräume von Tieren und Pflanzen schützen“, sagt Seitel.

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