Mitgliederversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Dieburg: schwierige Vermietungssituation, konstanter Jahresüberschuss.

Modernisierung weiter im Fokus

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Das Foto zeigt Objekte der Baugenossenschaft im Dieburger Wolfgangsweg. Hier ist die Modernisierung mit den verglasten Balkonen gut zu erkennen.

Dieburg (jd) ‐ Geordnete Verhältnisse, nichts Problematisches in Sicht: Das ist die Quintessenz aus der Verbandsprüfung, die die Gemeinnützige Baugenossenschaft Dieburg wieder einmal erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Als „fast freundschaftlich“ bezeichnete Vorstand Ulrich Gross im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung in Eppertshausen außerdem die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Dass in lockerer Atmosphäre nur wenige Mitglieder die 72. Versammlung der Baugenossenschaft besuchten, wertete Sven Leudesdorff-Pfeifer, ehrenamtlicher Aufsichtsrats-Vorsitzender, als gutes Zeichen: „Dann gibt es meistens keine Probleme.“ Nach handgestoppten 49 Minuten schloss Leudesdorff-Pfeifer, der in seinem Amt bestätigt wurde, die Versammlung.

Zuvor hatte Gross - der sich wie sein Vorstandskollege Werner Bauch keiner Wahl stellen musste - knapp, aber konzentriert über das Geschäftsjahr 2008 berichtet. Ende 2008 befanden sich im Eigentum der Genossenschaft 304 Wohnungen nebst 67 Garagen und 154 KFZ-Stellplätzen. Die Gesamtwohnfläche betrug knapp 21 000 Quadratmeter, etwas mehr als im Jahr 2007. Allerdings nicht, weil neue Objekte hinzukamen – vielmehr vergrößerte sich die Wohnfläche durch den An- und Neubau von Balkonen.

Dies geschah im Rahmen eines Modernisierungskonzepts, worauf „unsere Genossenschaft besonderes Augenmerk legt“, wie Gross in seinem Bericht betonte. Dies gelte vor allem für den Elektro- und Sanitärbereich. Fast zwei Millionen Euro flossen 2008 für Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen – nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr. Neben Wohnungsbewirtschaftung und Modernisierung der fast ausschließlich öffentlich geförderten Wohnungen der Baugenossenschaft – oft auch als Sozialwohnungen bezeichnet – fällt auch die Verwaltung zum Teil in deren Aufgabenbereich. Ein Vollzeit- und drei Teilzeitbeschäftigte wickeln die Verwaltung ab.

Schwierig – gerade bei größeren Wohnungen – gestaltete sich 2008 zunehmend die Vermietungssituation. Immer häufiger gebe es kurzfristige Leerstände, könnten die Kommunen „mietfähige“ Bewerber benennen. Die Mieterfluktuation erhöhte sich leicht, hinterlassene Wohnungen würden indes immer seltener in vertragsgemäßem Zustand übergeben.

Nichtsdestotrotz wolle man auch zukünftig in die Modernisierung des Bestands investieren. Zurzeit würden bereits Vollmodernisierungen von 13 Objekten mit mehr als 100 Wohnungen durchgeführt, ist dem Bericht der Baugenossenschaft zu entnehmen. Diese Vollmodernisierung beinhalte den Einbau von Zentralheizungen, die Fassadenwärmedämmung, die Dachdämmung, die Erneuerung der Elektrosteigleitungen und den An-, Um- und Neubau von Balkonen. Dies biete die Chance, Mieter noch dauerhafter als bisher an ihre Wohnungen zu binden.

Die Bilanzsumme der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Dieburg, die Objekte in Dieburg, Reinheim, Groß-Umstadt, Rödermark, Münster, Groß-Zimmern und Schaafheim betreut, betrug zum 31.12.2008 etwas mehr als 14 Millionen Euro.

Bedingt durch die Aktivierung von Modernisierungsleistungen stieg der Betrag um eine Million Euro gegenüber dem Vorjahr an. Das Anlagevermögen nimmt einen Anteil von rund 94 Prozent der Bilanzsumme ein. Die Eigenkapitalquote verringerte sich auf 27,7 Prozent, der Jahresüberschuss blieb konstant bei 140 000 Euro. Davon fließen 15 000 Euro in die gesetzliche Rücklage, 25 000 Euro in die Bauerneuerungsrücklage und 100 000 Euro in die freie Rücklage. Dieses Geld ist dann theoretisch auch für andere Maßnahmen neben der Bauerneuerung und Instandhaltung einsetzbar.

Dem Aufsichtsrat, so ergab die separate Wahl im Anschluss an die Mitgliederversammlung, werden neben dem Vorsitzenden Sven Leudesdorff-Pfeifer aus Karl Schmitt, Hans Heckwolf, Matthias Maurer und Detlef Poth angehören.

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