Auf der Moret nahm alles seinen Anfang

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Thorsten „Bembi“ Stemmler hat in diesem Jahr bei den KVD-Sitzungen als „Braumeister vum Braunwarth“ mit die meisten Lacher auf seiner Seite.

Dieburg (jd) ‐   Bühnenaktiver, zweiter Rechner des KVD, Mitarbeiter im Kinderkomitee, zusammen mit Uwe Thomas an der Spitze der „Stoppelhopser“ - für die Fastnacht tut Thorsten Stemmler beinahe alles.

Der Mann, in dessen Personalausweis als Künstlername „Bembi“ eingetragen ist und der unter diesem Namen auch als DJ Musik macht, wird die vielleicht höchste Äla-Auszeichnung wohl dennoch nie erhalten: Weil seine Schwester Patricia Lewis bereits Fastnachtsprinzessin in der Gersprenz-Stadt war, bleibt ihm der Narrenthron voraussichtlich verwehrt.

Traurig ist Thorsten „Bembi“ Stemmler deswegen nicht: Als Vortragender auf den Sitzungen gibt er auch in diesem Jahr wieder Vollgas und erntet mit seinen Reimen mit die meisten Lacher im Programm 2011.

Viel Lob als Sportreporter vom „Bläädsche“

„Vollgas“ darf man aber nicht auf die Geschwindigkeit beziehen, mit der Stemmler vorträgt: „Duuurchaaaauuus geeeeemäääächhlich“ lässt es der 40-Jährige angehen. Damit bleibt er seiner Linie treu, auch in der Hinsicht, dass seine Vorträge stets von ihm selbst geschrieben sind. „Du musst dich immer in deine Rolle hineinversetzen“, sagt er. Der „Stoppelhopser“ greift besonders gerne Dieburger Themen und Rollen auf: Als Sportreporter vom „Bläädsche“ erntete er viel Lob, in diesem Jahr gibt er den „Braumeister vum Braunwarth“.

Seit dem Fall der Mauer ist der Innenstadtbewohner Mitglied im Karnevalverein Dieburg, die ersten Auftritte absolvierte er aber nicht in der „Ludwigshall“, sondern auf der Moret: Mit 18 Jahren hielt er dort bei einem Kappenabend seine erste Rede, auch die inzwischen verstorbenen Hans Spieß und Wolfgang Elger waren „sellemols“ mit von der Partie. „Doch eigentlich hat die Fastnacht für mich schon im Bauch begonnen“, sagt Stemmler lachend. Seine Eltern gründeten die Gruppe „Stoppelhopser“ mit, der Weg in die Narretei war damit schon ein bisschen vorgezeichnet.

„Toll, an diesem Gesamtgebilde mitzuwirken“

 1994 stieg „Bembi“ erstmals in die KVD-Bütt und war sich damals nicht ganz sicher, wie seine Nummer wohl ankommen würde: „Nicht jeder Vortrag, der auf einem Kappenabend läuft, ist bühnentauglich“, meint er. Doch Stemmler kam an.

Mit Ausnahme von dreimal einem Jahr Unterbrechung ist er bis heute fester Bestandteil des Programms, früher auch mit anderen zusammen (unter anderem mit Christian Heider), heute in der Regel solo.

Als Bühnenvorbild bezeichnet er Burkhard Becker, Georg Rainfurth nennt er mit Blick auf das Bühnengeschehen seinen „Ziehvater“. Großen Anteil, dass er in den KVD-Sitzungen sein Glück versuchte, habe auch erwähnter Wolfgang Elger gehabt, „der mich immer wieder darauf ansprach“.

Was den Bankkaufmann und bekennenden Eintracht-Fan an den Fastnachtssitzungen fasziniert, wenn er nicht gerade inbrünstig die Vorzüge von Bier gegenüber Frauen proklamiert: „Es ist einfach toll, an diesem Gesamtgebilde mitzuwirken.“ Sein wichtigstes Anliegen: die Talente aus den Kindersitzungen auch zu den „großen“ Sitzungen bringen. Damit es auch zukünftig noch Braumeister und Lokalreporter mit Schlappmäulchen gibt.

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