Megaprojekt im Dieburger Dreieck

Münster will Fiege-Stopp

Dieburg/Münster - Das nachbarschaftliche Verhältnis war schon mal besser, die Fronten zwischen Dieburg und Münster werden immer härter. Grund: das Megaprojekt Fiege im Dieburger Dreieck. Von Lisa Hager 

Heute Abend steht in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (19.30 Uhr im Rathaus) der Satzungsbeschluss über den Fiege-Bebauungsplan auf der Tagesordnung. Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Baugenehmigung. Fast in letzter Minute hat sich jetzt in Münster ein kollektiver politischer Widerstand gegen das Projekt formiert.

„Fiege“ war großes Thema in der jüngsten Sitzung des Münsterer Ausschusses für Bauen, Planung und Umwelt am Montagabend, kurzfristig auf die Tagesordnung gehoben durch Antrag der CDU, unterstützt von SPD und Alma, also allen parlamentarischen politischen Kräften der Nachbargemeinde. Im Sitzungssaal des Rathauses zahlreich vertreten war auch die Bürgerinitiative Bebauung Dieburger Dreieck. Deren Mitglieder bekamen Gelegenheit, ihre Argumente gegen das Projekt vorzutragen. Diese Argumente sind inzwischen öffentlich so bekannt wie die Tatsache, dass viele Unterstützer der BI aus Münster und Altheim kommen. Allein in diesem Ortsteil sind inzwischen mehr als 600 von insgesamt 1 700 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt worden.

„Mit Arroganz“ ein Baurechtsverfahren zu Ende getrieben

Sprecher aller politischen Kräfte in Münster waren sich einig, dass in Dieburg „mit Arroganz“ ein Baurechtsverfahren zu Ende getrieben werde, bei dem die Interessen der Nachbargemeinde unzureichend berücksichtigt werden. Ob diese Ignoranz allerdings rechtliche Relevanz hat, darüber gingen die Meinungen auseinander. Zwar entdeckte selbst Bürgermeister Walter Blank (CDU) Ungereimtheiten und sachliche Unrichtigkeiten in den Dieburger Stellungnahmen zu den Münsterer Anregungen und Einwendungen, kam aber zu dem Urteil: „Alles rechtens.“

Das sehen nicht alle Münsterer Kommunalpolitiker so. Schließlich wurde ein gemeinsamer Antrag verfasst, der denn auch einstimmig positiv beschieden wurde. Darin werden die Kollegen in der Dieburger Stadtverordnetenversammlung aufgefordert, das kurz vor dem Ende stehende Baurechtsverfahren zu unterbrechen, um weitere Erörterungen zu ermöglichen. Um dieses „Moratorium“ einzuleiten, sollen sie heute den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Dieburger Dreieck von der Tagesordnung nehmen.

Weiter soll die Gemeindevertretung den Gemeindevorstand beauftragen, rechtlichen Rat bei einem Fachanwalt einzuholen, ob juristische Schritte gegen den Fiege-Bebauungsplan Erfolg versprechend sind. Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas sieht keine Erfolgsaussichten für den Münsterer Vorstoß. „Es wurden keine Fehler gemacht, alle Fristen eingehalten, alles offen gelegt. Einer eventuellen Klage räume ich keine Erfolgsaussichten ein“, sagte er auf Anfrage.

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