Cellba-Puppen im Schloss Fechenbach

Museum lässt die Puppen tanzen

+
Sie haben zwei der putzigen Exponate auf dem Arm: Dieburgs Museumsleiterin Maria Porzenheim (links) und Ine Reichart vom Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen.

Dieburg - Die Idee der Puppenausstellung kam zufällig: Vor vielen Jahren stellte Ine Reichart, stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Babenhausen, Puppenköpfe auf dem Weihnachtsmarkt ihrer Stadt aus. Von Fabian Sell

Zahlreiche Besucher erkannten diese als Bestandteile der „Cellba“-Puppen, welche unter diesem Namen von 1924 bis 1966 in Babenhausen produziert worden sind. Der Name leitet sich aus dem Material der Puppen – dem Celluloid – und dem Ortsnamen ab.

Die Begeisterung der Weihnachtsmarkt-Besucher für die „Cellba“-Puppen regte Reichart dazu an, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. „Das hat sich verselbstständigt“, sagt Reichart, und meint: Etwa die Hälfte der Puppen spendeten Babenhäuser. Viele Unterstützer waren damals bei der von der Familie Schöbel gegründeten Firma beschäftigt und haben somit einen besonderen Bezug zu den Puppen. Überdies erwarb der Heimat- und Geschichtsverein weitere Exemplare im Internet.

Das Ergebnis ist ab morgen im Museum Schloss Fechenbach zu sehen: Um 16 Uhr eröffnet die Sonderaustellung „Im Zeichen der Nixe – Die Welt der Cellba-Puppen“. Diese umfasst rund 300 Exponate. Die Vielfalt reicht dabei von dem kleinsten Exemplar mit siebeneinhalb Zentimeter bis zum 70 Zentimeter großen Spitzenreiter. Auch sind verschiedene Jahrzehnte und damit verschiedene Puppenarten vertreten - angefangen mit einer sehr alten, detailliert ausgearbeiteten Puppe aus dem Jahr 1928. Auch einzelne Teile oder während der Vorproduktion angefertigten Modelle sind zu sehen.

Darüber hinaus bietet die Ausstellung mittels mehrerer Tafeln zahlreiche Hintergrundinformationen über die „Cellba“-Puppen an. Von Wissenswertem hinsichtlich der Gründerfamilie Schöbel, über die verwendeten Materialien und den mehrstufigen Produktionsprozess bis hin zur Kulturgeschichte kann der Besucher tief in das Universum der „Cellba“-Puppen eintauchen.

Ine Reichart indes hat das bereits getan: Sie hat nicht nur viele Puppen erworben, sondern auch in der ganzen Welt recherchiert und so Kontakte mit Sammlern in Nah und Fern aufgebaut. Dies mündete in dem Buch „Die Welt der Cellba-Puppen“, das der Heimat- und Geschichtsverein 2010 herausgab. Im selben Jahr wurden die Puppen auch erstmals in einer Ausstellung in Babenhausen präsentiert. Die Schau in Dieburg ist insofern eine Neuauflage in Zusammenarbeit mit dem Museum Schloss Fechenbach.

Als Teil des Begleitprogramms wird Ine Reichart zudem einen Vortrag über die „Cellba“-Puppen halten. Dieser findet am Mittwoch, 25. September, um 18 Uhr im Museum statt. Der Kostenbeitrag hierzu sowie zu einem Besuch der Sonderausstellung beträgt 3 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: op-online.de

Kommentare