Musiktourismus auf der Orgelmeile

Hochkarätiges Programm: Die „Mainzer Dombläser“ bildeten den Abschluss der Veranstaltung in St. Wolfgang. Fotos (2): Just

Dieburg - Am Samstagabend sah und hörte man Richard Berg die Begeisterung an: „Trotz Gottschalk, trotz Shakespeare im Fechenbachpark und trotz der Eröffnung der Hauptveranstaltung des Kultursommers in Darmstadt sind die Kirchen voll und dazwischen finden wahre Prozessionen statt“, sagte er in Bezug auf die große Resonanz zur Dieburger Orgelmeile. Von Michael Just

Der bekannte Konzertveranstalter hatte sie zum dritten Mal zusammen mit der Stadt als Kooperationspartner und zwei großen Sponsoren organisiert. Über einen Zeitraum von fünf Stunden fanden in allen vier Dieburger Kirchen Orgelkonzert statt. Dazwischen hatten die Zuhörer bei diesem einzigartigen Konzept, das auch konfessionell verband, jeweils 30 oder 45 Minuten Zeit, sich ein wenig die Füße zu vertreten und zur nächsten Kirche zu spazieren. .

Der Auftakt um 18 Uhr in der evangelischen Kirche übertraf gleich alle Erwartungen mit über 200 Besuchern und einem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus.

Große Resonanz: Wie hier in der Pfarrkirche erfreute sich die dritte Dieburger Orgelmeile einer großen Besucherzahl. Foto: Just

Zu jedem einzelnen Konzert übernahm Bürgermeister Dr. Werner Thomas die Begrüßung und ein paar einleitende Worte. „Man ist nicht gezwungen, alle Konzerte zu hören. Viele Leute gehen dazwischen Essen und kommen dann wieder“, erklärte Ulrike Posselt von der Stadtkommunikation das durchdachte Kombinationssystem bei den Eintrittskarten. Der große Zuspruch war nicht zuletzt der Qualität des Programms mit außergewöhnlichen Hörgenüssen zu verdanken. Hier kamen die ausgezeichneten Kontakte von Richard Berg zum Tragen, die dieser in 25 Jahren aufgebaut hat. So musizierten unter anderem sowohl der neue als auch der sich mittlerweile im Ruhestand befindliche Organist des Mainzer Doms.

Alle Auftritte kamen jeweils in „kurzen, knackigen“ Konzertabfolgen daher: „Dadurch haben die Leute Lust mehr zu hören und rutschen nicht auf den harten Bänken rum“, weiß Berg. Der Erfolg des Abends lag vor allem darin, dass die Orgel stets abwechslungsreich mit einem anderen Instrument oder Gesang kombiniert wurde. Darunter fielen die Panflöte, die Oboe, mehrere Blechblasinstrumente sowie einmal ein Vokalensemble.

Beim letzten Konzert in der Kirche St. Wolfgang wurden die Besucher fulminant - zwar nicht mit Pauken, aber doch mit Trompeten, Horn, Posaune und Tuba - in die Nacht verabschiedet. Die hymnenartigen Stücke hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Fasst man die Meinungen vieler Zuhörer zusammen, zog Mathias Schlubeck die meisten Sympathien auf sich: Zum einen verzauberte einer der führenden Pan-Flötisten der Welt mit seinem Instrument. Zum anderen offenbarte der Musiker, der durch eine Behinderung fehlgebildete Arme hat, wie erfolgreich man sein Schicksal trotz allem meistern kann.

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