„Muss ich Steuern zahlen?“

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Mit Ordner und Gesetzbuch: Nadine Walther, Joachim Zimmer und Andreas Heidt beim Dieburger Anzeiger.

Dieburg ‐  Das Finanzamt war da! Für die Mitarbeiter des Dieburger Anzeigers in der Schlossergasse kein Grund zur Panik - im Gegenteil: Sehr informativ und entspannt lief die gemeinsame Telefonaktion zum derzeit hoch brisanten Thema „Besteuerung von Renten“ ab. Von Lisa Hager

Wer die Telefonaktion beim Dieburger Anzeiger verpasst hat, kann sich zu den Geschäftszeiten jederzeit ans Finanzamt wenden:  06071/2006-0. Auf der Internetseite gibt es auch einen Alterseinkünfterechner. Dort kann man selbst prüfen, ob die Einkünfte versteuert werden müssen oder nicht.

Unter je einem eigenen Anschluss waren die drei Steuerexperten Nadine Walther, Joachim Zimmer und Andreas Heidt am Montag von 10 bis 12 Uhr zu erreichen und konnten die Fragen der Anrufer prompt und sicher beantworten. Insgesamt rund 80 Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr, sich unbürokratisch beraten lassen zu können. „Das rechne ich Ihnen gleich mal aus“, sagte beispielsweise Nadine Walther ein ums andere Mal und tippte die angegebenen Zahlen in ihren Taschenrechner ein. „Ist das eine gesetzliche Rente? Ist Ihre Frau auch schon Rentnerin?“, hakte sie weiter nach. „Und haben Sie noch andere Einnahmen aus Vermietung, Verpachtung oder Kapitaleinkünfte, nein?“ Meistens - in rund 90 Prozent der Fälle - gab es dann die beruhigende Nachricht: „Ich denke, da kommt keine Steuer raus, nein, ich hab's durchgerechnet. Sie sind mit ihrem Einkommen unter dem Freibetrag. Dann brauchen Sie auch keine Steuererklärung zu machen. Haben Sie sonst noch irgendwelche Fragen?“

Die Kollegen Joachim Zimmer und Andreas Heidt machten an den beiden anderen Telefonapparaten ganz ähnliche Erfahrungen. „Muss ich eine Steuererklärung abgeben?“, war die häufigste Frage. Mit „Nein“ konnten die Steuerexperten in diesem Standardfall antworten: Ein Ehepaar - beide beziehen eine gesetzliche Altersrente und haben keine weiteren Einkünfte - bleibt unter dem Höchstbetrag von 32 400 Euro.

Die meisten blieben unter Steuer-Freibetrag

Die meisten Anrufer lagen unter diesem Freibetrag und wollten das gern bestätigt wissen. Etliche hatten sich vorher schon beim Steuerberater erkundigt und wollten jetzt noch mal eine zweite Meinung hören.

Einige hatten aber ganz andere Fragen zum Thema Steuern - beim Erben beispielsweise. Auch da halfen die Experten, soweit möglich, weiter. „Sie möchten wissen, ob in Ihrem Fall Erbschaftssteuer anfällt?“, hakte Joachim Zimmer beispielsweise nach. „Ja, da hatte bei mir auch jemand nachgefragt“, berichtete der Kollege am dritten „heißen Draht“, Andreas Heidt.

Auch außergewöhnliche Belastungen, die sich steuerlich auswirken, wie beispielsweise Medikamente für chronisch Kranke, waren ein Thema in den zwei Stunden, in denen die Telefone kaum stillstanden. Vielfach wurde den Anrufern auch empfohlen bei weiterem Klärungsbedarf im Finanzamt vorbeizukommen. „Ach, da füllen Sie mir die Steuererklärung aus?“, freute sich ein Anrufer. „Nun, das ist natürlich nicht unsere Aufgabe, aber wir geben Hilfestellungen“, sagte Joachim Zimmer.

„Sie gucken mich gerade aus der Zeitung an, Frau Walther!“

Viele waren auch richtig froh, dass sie diese Hotline hatten und haben sich ausdrücklich bedankt“, berichtete Andreas Heidt.

Sie gucken mich gerade aus der Zeitung an, Frau Walther!“, begrüßte eine Anruferin die Finanzamtsmitarbeiterin. Auch sie war hörbar froh über die Möglichkeit der persönlichen Kontaktaufnahme.

Was aber war mit den Fällen, in denen die Steuerexperten Rentnern sagen mussten, dass sie künftig steuerlich veranlagt werden? „Nun, da kam natürlich keine Begeisterung auf“, berichteten die Drei übereinstimmend. „Aber es hatten alle Verständnis. Wir können ja nichts dafür, wir machen nur unseren Job.“

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