„Nachdenklich, kritisch, konstruktiv“

Neuer Träger des Ehrenbriefs des Landes Hessen ist der Dieburger Fußball-Funktionär Manfred Kähler (Mitte). Zu den ersten Gratulanten zählten am Sonntag Alexander Vogl (l., Pfarrer und Geistlicher Beirat des SV DJK Viktoria), Landrat Klaus Peter Schellhaas (2. v. l.), Bürgermeister Frank Haus (2. v. r.) und DJK-Vorsitzender Oliver Löw (r.). Foto: dörr

Der Dieburger Fußball-Funktionär Manfred Kähler erhält auf der 100-Jahr-Feier des SV DJK Viktoria den Landesehrenbrief. VON JENS DÖRR

Dieburg – In wenigen Tagen wird Manfred Kähler 71. Die Zahl der Hände, die der Dieburger dann schütteln wird, dürfte kleiner sein als am gestrigen Sonntag: Im Rahmen der Akademischen Feier zum 100-jährigen Bestehen des SV DJK Viktoria Dieburg überraschte Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) den Fußball-Enthusiasten mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen.

Der lange Applaus der 200 Gäste in der proppenvollen Vereinshalle der DJK am Schwimmbadweg und die vielen Gratulationen, die sich der Verleihung als Abschluss der dreistündigen Veranstaltung anschlossen, bestätigten: Es hat den Richtigen getroffen. Schellhaas sowie Bürgermeister Frank Haus (parteilos) lobten Kähler in den höchsten Tönen.

Der Landrat verzichtete aus gutem Grund auf eine vollständige Wiedergabe all der Ämter, Funktionen und Projekte, die Manfred Kähler über die Jahre insbesondere im Amateur- und Jugend-Fußball mit Leben gefüllt hat; es hätte den Rahmen der Feier gesprengt. Vor einem Jahr erzählte der gebürtige Reinheimer, der mit 15 nach Dieburg kam, unserer Zeitung, auf welche Leistung er besonders stolz sei. Dabei nannte er an erster Stelle keine seiner vielen Aktivitäten im Hessischen Fußball-Verband und im Fußball-Kreis Dieburg, durch die er in der Szene auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde.

Kähler siedelte es vielmehr am höchsten an, dass er für „seinen“ SV DJK Viktoria maßgeblich dazu beigetragen habe, in der Anfang der 70er darbenden Nachwuchsarbeit einen massiven Aufschwung angestoßen und mitgestaltet zu haben. 1970 hatte die DJK nur noch drei Juniorenteams, 1971 wurde Kähler Jugendleiter der Grün-Weißen. Drei Jahre später hatte der Verein wieder alle Altersklassen besetzt. Heute gilt die Dieburger Viktoria mit 15 Juniorenteams als eins der Aushängeschilder im ganzen Fußball-Kreis. Ihren Stellenwert unterstrich am Sonntag auch der Besuch von Kreis-Fußballwart Heinz Zulauf (Lengfeld) und seinem Stellvertreter Theo Greiner (Langstadt).

Stichwort Fußball-Kreis: Von 1978 bis 2012, also 34 (!) Jahre lang, brachte sich Kähler als Kreis-Jugendwart in zentraler Rolle ein. Noch heute ist er Beisitzer im Kreis-Sportgericht, gilt im Hessischen Fußball-Verband zudem als Koryphäe in Fragen des Sportrechts. Akribisch auch stets sein Einsatz für die DJK, ob als ehemaliger Spieler, Trainer, Fußball-Abteilungsleiter oder – bis heute – als tragende Säule in der Öffentlichkeitsarbeit (Zeitungsberichte, E-Mail-Newsletter, Website-Artikel).

Klaus Peter Schellhaas stellte bei alldem die Kontinuität von Kählers Wirken heraus: „Er engagiert sich seit Jahrzehnten. Dieser Mensch personifiziert vielleicht wie kein anderer, dass die DJK so jung geblieben ist“, meinte der Landrat buchstäblich auf beeindruckende Zahlen, die zwei Stunden zuvor Vereinsvorsitzender Oliver Löw genannt hatte: Unter den aktuell 632 Mitgliedern sind allein im Fußball, der größten Abteilung des Mehrspartenvereins (auch Tischtennis, Gymnastik und Familiensport/Boule), aktuell 276 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren am Ball.

Frank Haus nannte Kähler „nachdenklich, kritisch und konstruktiv“. Wer ein Fußball-Spiel der DJK neben ihm verfolge, höre viele Verbesserungsvorschläge. Gerade der Umstand, dass Manfred Kähler in der Tat kein Ja-Sager ist, seine Kritik aber auf diversen Ebenen des Fußballs stets in konkrete Fortschritte umzusetzen versucht, zeichnet den frisch gebackenen Träger des Landesehrenbriefs aber aus.

Info

Weiterer Artikel zur 100-Jahr-Feier folgt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare