Trotz drohender Unterkühlung entspannt romantische Stunden verlebt

Nacht der blauen Schatten

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Eine Stadt in romantisches blaues Licht getaucht: Tausende feierten am Samstag wieder mit bei „Dieburg in Blau“.

Dieburg -  „Wo gibt's den Glühwein?“, fragte lachend eine junge Dame und stülpte sich die Kapuze ihres blauen Sweatshirts über. Dass „Dieburg in Blau“ am Samstag unterkühlt war, lag weder an der Farbe, in die Teile der Stadt eindrucksvoll getaucht war, noch an den jazzigen Klängen des Trios „blu.room“, die auf dem Marktplatz coole Stimmung verbreiteten. Von Lisa Hager

Dass nicht gerade Caipirinha-Stimmung aufkam, lag an der Tatsache, dass die Thermometersäule auf den einstelligen Bereich gefallen war. Aber die Gewerbetreibenden der Innenstadt, die sich mit viel Fantasie der Farbe Blau näherten, waren froh, dass sich bis abends zumindest der Regen verzogen hatte.

Impressionen von „Dieburg in Blau“

Dieburg in Blau

Und so erinnerte Rainer Baxmeier, stellvertretender zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins, in seiner Eröffnungsrede daran, dass „heute mal Blau die Farbe der Hoffnung“ sei. Statt über die Krise zu jammern, wolle man gemeinsam die Ärmel hochkrempeln“. Schließlich habe Dieburg „die einzige funktionierende Fußgängerzone zwischen Darmstadt und Aschaffenburg“.

Auch als Hut ist die Farbe blau ein Hingucker.

Richtig voll und damit „kuscheliger“ wurde es erst ab 21 Uhr: Dicht drängten sich die Besucher in Stein- und Zuckerstraße, wo sie sich Crêpes mit Heidelbeeren oder einen blauen Cocktail schmecken ließen. Fast schon überfüllt auch die Innenhöfe - beispielsweise bei den „Brunnebuzzern“ am Marktplatz, wo sich im Keller ein Skelett besichtigen ließ. Von der kühlen Abendluft profitierte das Museum: Dorthin zog es in diesem Jahr erstaunlich viele. Eine ganz besondere Atmosphäre bot die Stadtpfarrkirche mit Taizé-Gesängen und Meditationsaneboten: Altar und Pietà waren in geheimnisvolles Blau getaucht, das Kirchenschiff nur mit Kerzen erleutchtet. Zum Höhepunkt der Nacht trafen sich alle - auch die, die sich im Gewimmel verloren hatten - zum Feuerwerk am Schloss, das mit viel „Ah“ und „Oh“ begrüßt wurde.

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