Breites Angebot: zwölf Künstler in neun Locations.

Nacht, die der Musik gehört

„Sarina B.“ im „Schwarzen Löwen“. Sie war schon im vergangenen Jahr dabei.Fotos (2): Dörr

Dieburg -  Gegen 23 Uhr heißt es an der Tür des „Lehrer Lämpel“: „Rien ne va plus“ – nichts geht mehr. Kein Glücksspiel allerdings ist es, das in dem urigen Dieburger Lokal den Ton angibt. Von Jens Dörr

Nein, es ist „Stormin Norman“, der der dortigen „Irish Night“ seine Stimme verleiht. Und derart viele Menschen wollen bei Bier und Hütchen der Folk-Musik des charismatischen Sängers lauschen, dass der Türsteher freundlich darauf hinweist, dass „Lehrer Lämpels“ Klassenzimmer aktuell übervoll ist.

Ganz so beengt wie dort geht es gegen Mitternacht nicht überall zu in den neun Veranstaltungsorten, wo im Rahmen der „2. Dieburger Nacht“ zwölf Bands und DJs einheizen. Über schlechten Zuspruch könne sich indes wohl niemand beschweren, so zumindest der Eindruck eines Gastes im „PM“, wo Joy Gomez Live-Musik der Marke Latin Pop darbietet und es auch in den Band-Pausen nicht deutlich leerer wird. Chefin Petra Maleika und ihr Bruder Devid jedenfalls haben mit ihrem Team hinter der Theke alle Hände voll zu tun.

Acht Locations in der Innenstadt sowie der „Club Biergarten“ am Campus beteiligten sich in diesem Jahr, ein Gastgeber weniger als 2008. Da feierte die „Dieburger Nacht“ Premiere in der Gersprenzstadt, von „Tausenden Musikbegeisterten“ sprach im Nachhinein der Veranstalter. Der dürfte tatsächlich zufrieden gewesen sein, hätte die gewinnorientierte CM Media GmbH das Musik-Event ansonsten kaum noch einmal in Dieburg ausgerichtet. Die Musiknacht findet ansonsten in der Regel in deutlich größeren Städten statt.

Eine kulturelle Bereicherung ist die „Dieburger Nacht“ auf jeden Fall und könnte sich zukünftig fest im Veranstaltungskalender etablieren. Der Mix an Musikstilen bot nahezu jedem etwas, mit Ausnahme von Klassik, Jazz, Volksmusik und Heavy Metal. In der „Ludwigshall“ etwa spielte „Caro rockt“, Marty Kessler sorgte in „Ricardo’s Bar“ in der Altstadt mit Fetenhits und Klassikern für Stimmung. Im „Mephisto“ war es Terry Trowles, der den „Best Soul in Town“ darbot, so die unbescheidene Bezeichnung der eigenen künstlerischen Leistung. Einen Stock tiefer heizten „Zwiebelfish“ mit Rock, Pop und Partyhits im „Kronekeller“ ein, die Inhaber des „Eiscafé Venezia“ hatten passend zu ihrer Herkunft eine Italo-Night mit dem „Duo Mediterraneo“ im Programm. Wie schon im vergangenen Jahr bezauberte im „Schwarzen Löwe“ die Sängerin „Sarina B.“ mit ihrer Stimme und sympathischen Ausstrahlung.

Mit etwas Geduld gelang es schließlich sogar noch, ins „Lehrer Lämpel“ hineinzukommen. „Durch die Dieburger Nacht komme ich auch mal in Lokale, in die ich sonst nicht gehe“, erklärt dort eine junge Frau. Auch in wirtschaftlicher Sicht und über den gelungenen Abend hinaus dürfte sich also für den einen oder anderen Gastronomen ein positiver Effekt ergeben.

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