Nahversorger und Metzger mit gutem Ruf

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So könnte der Lebensmittelmarkt auf dem Altstadtgelände aussehen: „Rewe“ möchte eine „Penny“-Filiale errichten.

Dieburg -  Ein regelrechtes Schaulaufen möglicher Investoren haben die Dieburger Stadtverordneten hinter sich: In den vergangenen drei Jahren - so lange wird schon nach einem Betreiber für den geplanten Lebensmittelmarkt gesucht - wurde so mancher Discounter übers Altstadtgelände getrieben. Von Lisa Hager

Ursprünglich war „Tegut“ im Gespräch, später hieß es, „Tengelmann“ habe ernstes Interesse, dann verdichtete sich alles auf „Plus“, zu dem inzwischen auch die „Netto“-Märkte gehören.

Für ein Sortiment mit 5 000 Artikeln im neu entwickelten „City-Plus-Konzept“ hatten sich die Stadtverordneten vor einiger Zeit ausgesprochen. In der Parlamentssitzung am Montagabend gab es eine neue Wende: Der Geschäftsführer der mit der Betreibersuche beauftragten Investoren-Firma „MCC-Projekt“ aus Pirmasens, Peter Lang, wollte den Parlamentariern jetzt die Firma „Rewe“ schmackhaft machen. Die will in Dieburgs neuem Zentrum einen „Penny“-Markt bauen.

Und der Vorteil gegenüber „Plus“ laut Lang: „Wir haben ganz deutliche Signale des Interesses erhalten. Zudem hat Rewe allen Dingen zugestimmt, die die Stadt wünscht. Deswegen tendieren wir dazu.“Der „Penny“-Markt wird rund 3 000 Artikel mit weniger als 30 Prozent Discountwarenanteil auf etwa 1 200 Quadratmetern Verkaufsfläche anbieten. Dazu kommt eine kleinteilige Shopfläche von 150 Quadratmetern. Für diese sucht Lang regionale Anbieter mit gutem Ruf: Metzger, Bäcker, Blumenladen, Frisör. „Wenn der Lieblingsmetzger im Ort dort eine Filiale aufmacht, hat man die Leute schon im Laden“,berichtete Lang aus seiner Erfahrung.

Obwohl MCC-Märkte meist in tiefes Rot getaucht werden, kann sich Lang auch jede andere gewünschte Farbgestaltung vorstellen. Und: „Das wird keine der üblichen ausdruckslosen Kisten“, versuchte er mögliche Vorbehalte im Vorfeld zu zerstreuen. Der Markt bekomme ein Pultdach und großzügige Glasflächen.

Zudem garantiert MCC eine Betriebsdauer von 15 Jahren. So braucht man nicht zu befürchten, dass der ausgesuchte Discounter plötzlich wechselt und in das Gebäude andere, weniger erwünschte Firmen einziehen.

Die 141 Parkplätze, die auf städtischem Grund, aber auf Kosten des Investors entstehen, werden sowohl von den Markt-Kunden als auch den Besuchern der abendlichen Veranstaltungen in der Halle genutzt. Dies könne zu Konflikten führen, da der Markt bis 20 Uhr offen habe, merkte Ingrid Weng (FDP) an.

Nach einer Sitzungsunterbrechung stimmten 30 der 37 Stadtverordneten dafür, dem Investor „MCC-Projekt“ die Auswahl des künftigen Marktbetreibers zu überlassen, wenn bestimmte Vorgaben beachtet würden.

Noch im Mai und Juni können nach diesem Beschluss die Feinabstimmungen mit der Stadt erfolgen und der Kaufvertrag für das Grundstück beurkundet werden. Da man sich weitgehend einig sei, könne sogar auf einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt verzichtet werden, sagte Lang. Wenn im September die Baugenehmigung vorliege, stände dem Baubeginn im vierten Quartal nichts im Wege. Im Frühjahr 2010 könnten dann die Dieburger eventuell schon auf dem Altstadtgelände einkaufen gehen.

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