KVD-Kindersitzung bringt viel Bewegung in die Römerhalle

Narrennachwuchs: kreativ, flott, bunt

Nachwuchstänzer ganz groß: Einmal mehr war der Auftritt der kleinen Garde bei der Kindersitzung ein wahrer Augenschmaus.

Dieburg - Nur einen Tag nach den Erwachsenen nahmen die Kinder die Dieburger Römerhalle in Besitz: Rund 500 Besucher ließen sich am Sonntag während der Kindersitzung des Karnevalvereins bestens unterhalten. Von Matthias Grimm

Sicher und routiniert führte Sitzungspräsident Alexander Ruf durch das Programm, durch seinen charmanten Witz schlug er gekonnt die Brücken zwischen vielseitigen Darbietungen der Nachwuchs-Narren.

Das letztjährige Kinderprinzenpaar (Felix Herz und Ellen Neumann) verabschiedete sich mit viel Äla vom Narrenvolk. Ein Traum sei Wirklichkeit geworden und ihre Regentschaft „ist ein Erlebnis gewesen, das kann uns keiner mehr nehmen kann.“

Traditionell von hoher Qualität sind die Tänze der Jugend- und Kinderballetts. Ob als beschwingte Sommerdiscoqueens, bei den Tänzen der kleinen und der großen Garde (Leitung: Jeanette Neumann), als „Bezaubernde Jeannies“ (Leitung Simone Hermann/Birgit Lorenz) oder im Kostüm von „Mary Poppins“ (Leitung: Theresa Buch/Tanja Siebart) - die Nachwuchs-Formationen des KVD bestechen durch Präzision und Kreativität. Ein Hingucker der besonderen Art war der Tanz der „Roten Pferde“ (Leitung: Carina Winter). Den kleinen Mädchen war der Spaß im Gesicht abzulesen, als sie im munteren Takt über die Bühne galoppierten.

Auch in der Bütt wussten die Kinder zu gefallen. „Fritzchen“, cool interpretiert vom gerade achtjährigen Joris Fries, beschwerte sich über zu viele Hausaufgaben. Vom Zickenkrieg und Shopping-Ausflügen in Mädchenfreundschaften berichtete Sarah Cezanne.

Mit Bobby-Cars als Anschauungsmaterial zelebrierten die Brüder Marius und Oliver Hiemenz die Rivalität zwischen den Formel 1-Rennfahrern Sebastian Vettel und Michael Schumacher, während Alicia Thomas und Celine Stangier manch skurrile Anekdote aus ihren „fastnachtsnärrischen Familien“ zum Besten gaben.

Jubel für die Kindertollitäten

Aus der Perspektive der Kinder beleuchtete Marius Wolfenstädter die Frühpubertät: Es ist schon anstrengend, „wenn Eltern komisch werden“. Antworten auf Erziehungsfragen hingegen gaben Nicolas Ruf und Louis Grünewald: „Nach Programmschluss in der Nacht hält Cola die Sinne wach.“ In die gleiche Kerbe schlugen Julie und Johannes Scharna: Im Vater-Tochter-Zwiegespräch lieferten sie sich einen gekonnten Schlagabtausch rund um den Generationenkonflikt.

Nach der Sitzungspause war das Publikum aufs neue Kinderprinzenpaar gespannt. KVD-Präsident Friedel Enders proklamierte die kleinen Tollitäten: Prinz Luka I. Shorty-Boy vum Minnefeld Kicker-Schlapp und Ringer Held (Luka Mai) und seine Prinzessin Celine I. Drahtisch-Girl der Stoa-Strooß-Gass Zaunprinzess un Dancing Ass (Celine Rummler). Der zehnjährige Prinz ist Ringer und gehört der Fastnachtsgruppe „Schlappekicker“ an. Die elfjährige Prinzessin ist Mitglied der „Stoppelhopser-Gruppe“ und begeisterte Tänzerin.

Musikalische Farbtupfer setzte Doreen Wolfenstädter, die den „Fastnachtsfarbenrock“ interpretierte. Den Fastnachtsschlager „Mer sinn cool, mer sinn in“ intonierte Maverick Stemmler. Ein „Äla-Casting“ führten die Kindersingers (Leitung: Sabrina Brand, Nina Grimm, Manuela Paul) vor, das wie die Playback-Shows „Starwars“ der Prinzengarde-Jungs und „Partykracher“ der Minirocker mit Kreativität überzeugte.

Keine Sorgen um närrischen Nachwuchs

Den Kindern des KVD ist es gelungen, eine bunte und sehr unterhaltsame Fastnachts-Show auf die Bühne zu bringen. Die Anstrengungen in den vielen Proben seit Herbst haben sich für die rund 140 Aktiven und ihre Betreuer gelohnt. Die Sitzung hat bewiesen: Gelingt es dem Karnevalverein, einige Talente an die große Sitzung heranzuführen, braucht man sich um die Fastnacht keine Sorgen zu machen.

‹ Für die zweite Kindersitzung am kommenden Sonntag (15.11 Uhr, Römerhalle) sind noch Karten im Kaufhaus Enders erhältlich.

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