Wechsel bei der Verbraucherberatung

Natürliche Feinde von Fallenstellern

Sabine Hentschel (von links) löst Hannelore Neumann bei der Verbraucherberatung ab und arbeitet mit Kollegin Judith Hein zusammen.

Dieburg - Fast zwanzig Jahre lang stand sie den Dieburgern mit gutem Rat zur Seite. Gab Tipps zum sparsamen Wäschewaschen ebenso routiniert und fundiert wie Ratschläge zum Verfassen einer Patientenverfügung.

War Kennerin des Klein- und Kleinstgedruckten, wusste, wie man sich vor Abzocke per Telefon oder E-Mail schützt. Für Hannelore Neumann war die Arbeit in der Dieburger Dependance der Hauswirtschafts- und Verbraucherberatung mehr als nur ein Beruf. Bürgern eine Anlaufstelle für vielerlei Fragen zu bieten, war ihr auch Jungbrunnen.

„Ich musste halt immer aktuell bleiben und mich in die neuen Themen einarbeiten“, sagt die fidele Frau, der man ihre 66 Jahre – und damit das nun erreichte Rentenalter – nicht glauben mag. „Als ich mit der Beratung anfing, kamen die Leute meistens mit Fragen zur Haushaltsführung und zu allerlei Gerätschaften. Aber über die Jahre haben sich die Themen und Anliegen immer deutlicher verändert“, erinnert sich Neumann.

Heute gehe es häufig um verlockende Briefe mit vermeintlichen Gewinnbenachrichtigungen, die sich für die Verlockten ruckzuck als Falle und Ärgernis entpuppen, aber auch um tagesaktuelle Themen - wie derzeit die Schweinegrippe.

Und weil man nach zwanzig Jahren Verbraucherberatung nicht einfach so die Tür hinter sich zumacht und die Verbraucher mit ihren Fragen alleine lässt, hat Neumann bereits seit Jahresbeginn ihre Nachfolgerin Sabine Hentschel eingearbeitet. Die 49-Jährige ist gelernte Ökotrophologin und hat viele Jahre lang als Ernährungsberaterin und in der Hauswirtschaftsausbildung Erfahrungen gesammelt, die ihr nun bei der Arbeit als Verbraucherberaterin nutzen werden. Im Wechsel mit Kollegin Judith Hein wird die Gelnhäuserin Ratsuchenden außer donnerstags an jedem Werktag der Woche für einige Stunden zur Verfügung stehen. Zweimal im Monat werden Hentschel und Hein zudem von einem Anwalt unterstützt, der – nach vorheriger Anmeldung – bei „den ganz harten Fällen“ hilft.

Für die nächsten Monate hat das neue kleine Team sich vorgenommen, die Arbeit der Servicestelle bei ihrer heutigen und künftigen Klientel noch bekannter zu machen – etwa durch Besuche bei Seniorengruppen, in Kindergärten und Schulen.

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