Außenanlage für die „Dreikäsehochs“

Natur lädt zum Spielen und Forschen ein

Bevor die Rasselbande der Kita „Dreikäsehoch“ ihr neues Außengeländes bespielen darf, muss erst der Rasen widerstandsfähig genug sein. Bis es soweit ist, muss etwa der kleine Springbrunnen die Neugier befriedigen. Foto: sef

Dieburg J Keinen Meter ist der zum Springbrunnen umfunktionierte Steinbrocken hoch. Für den Dreikäsehoch genau richtig, um sich mit dem Wasserspiel etwas genauer zu befassen: Die Hand auf den sprudelnden Auslass zu drücken, scheint den Fluss also zu stoppen. Von Sebastian Faerber

Nein, doch nicht. Das Wasser hat nur einen anderen Weg gefunden: Am Handgelenk vorbei versickert es im Ärmel der Jacke. Die beginnt sich zu füllen. Das angeekelte Gesicht des kleinen Wissenschaftlers verrät, dass er auf dieses Experiment im Nachhinein lieber verzichtet hätte.

Noch jünger als die Knirpse in der „Am Bauhof“ gelegenen Kita „Dreikäsehoch“ selbst ist momentan noch der Rasen vor dem Eingang der Spielstätte. Der ist einfach noch zu zart, als dass die 40 Kinder zählende Bande auf ihm herum tollen könnte. Denn die Kita ist im Begriff, ihr Außengelände zu bauen. 500 Quadratmeter sind bereits fertig. Die restlichen 300 Quadratmeter hinter dem Gebäude sollen folgen, wenn der Stand der Spendengelder es erlaubt. Bis es soweit ist, muss alles andere der Neugier standhalten – auch der neue Springbrunnen, der, könnte er, wohl das entscheidende Stück höher wachsen würde.

Zum Glück ist da auch noch die Rennstrecke für Bobby Cars, gleich neben dem Haus. Die dazugehörige „Boxengasse“ kann mit 14 Flitzern aufwarten. Die brausen mit ihren Piloten über kleine Steigungen und Senken. Ein irrer Spaß. Doch die Piste macht nur einen Teil der 50 000 Euro-Investition aus: Mitten auf der frisch gepflanzten Wiese in Front der Kita thront ein Spielschloss auf einem Hügel.

Von dort geht es mit einer Rutsche hinab in einen kleinen Sandbunker. Dass heißt, gerutscht werden darf erst, wenn der Rasen drumherum ob ausreichender Stärke überquert werden darf. Montag könnte es soweit sein. Außerdem tragen frisch gepflasterte Pfade die Füße der Kleinen, Blumen und Bäume steuern Idylle bei.

„Das Außengelände passt jetzt zum Standard unseres Hauses“, freut sich „Dreikäsehoch“-Leiterin Evi Heyl. Auch, das betont sie, weil der Haustechniker die vergangenen Monate mit seinem Engagement über sich hinausgewachsen sei. 2009 hatte die Kita die Räumlichkeiten bezogen. Vorher waren die Erzieherinnen mit ihrer Rasselbande im Keller der Marienschule untergebracht. Also wenig natürliches Licht.

Darüber  kann sich auf dem neuen Außengelände niemand  beschweren. In Zusammenarbeit mit der „Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung“ (FFS) hat die  Kita  den  Platz gestaltet.

Die FFS vergibt zudem das begehrte Zertifikat der „KindergartenUNI“, um das sich Heyl mit ihren Mitarbeiterinnen bemüht.

Will sich eine Kita die Urkunde an die Wand hängen, muss sie nicht nur Kriterien das Spielangebot beziehungsweise die Ausstattung betreffend erfüllen, auch die 16 Erzieherinnen (Teil- und Vollzeit) müssen spezielle geschult sein. Dabei werden den Betreuerinnen auch Anregungen vermittelt, wie sie die Kinder dabei unterstützen, ihren Freiheitsdrang auf dem neuen Außengelände voll zu entfalten.

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