Nein zum „ProMarkt“, aber Alternative suchen

Dieburg ‐  Geht es nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Montagabend wird sich keine „ProMarkt“-Filiale im Südosten Dieburgs (Richtung Klein-Zimmern) ansiedeln. lediglich die SPD-Fraktion hat sich für das Projekt ausgesprochen. Von Lisa Hager

Die große Mehrheit von CDU/FDP, Grünen und UWD wandte sich eindeutig gegen die Pläne. Der Antrag auf die Aufstellung eines vorhabensbezogenen Bebauungsplans ist damit abgelehnt. Zugleich fand auch die damit zusammenhängende nötige Änderung des Flächennutzungsplan keine Mehrheit. Hauptargument: Mit dem grünen Licht für die Ansiedlung würde man das an dieser Stelle geplante Sportzentrum zu Grabe tragen. Zudem war befürchtet worden, dem heimischen innerstädtischen Handel durch den Großmarkt Schaden zuzufügen.

Wir haben einen Bürgerauftrag zum Wohle aller zu erfüllen“, stand Ferdinand Böhm als Vertreter der SPD-Fraktion auf verlorenem Posten. Schließlich hätte sich die Mehrheit der Dieburger bei der Befragung zum Stadtleitbild einen Elektrofachmarkt gewünscht. Nach Meinung der Sozialdemokraten würde die verbleibende Fläche trotz Ansiedlung des Marktes für den Sportplatz noch ausreichen. „Und der Turnverein favorisiert sowieso einen Alternativstandort“, so Böhm.

Den Wunsch der Bürger nach einem Elektromarkt nehme auch die CDU ernst, so deren Stadtverordneter Renee Exner. Allerdings sei das Gelände nur bedingt dafür geeignet. Schon 2006 habe man die Fläche nämlich für den Sportplatz vorgesehen. „Das sollten wir uns jetzt nicht verbauen“, so Exner. „Wir möchten den Markt, brauchen aber Alternativen“, sagte er. Außer Acht lassen dürfe man auch nicht, dass mit der Ansiedlung 20 bis 25 neue Arbeitsplätze geschaffen würden und Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt hinzu kämen.

Reuscher: „Wir lehnen großen Markt an dieser Stelle ab“

Wasser in diesen Wein goss Herbert Nebel für die Grünen: Zum einen käme nur Lohnsummensteuer herein und das könne bei den 400-Euro-Arbeitsplätzen, die so ein Markt üblicherweise habe, nicht der Rede wert sein. Zudem hätte man einen „weiteren hässlichen Schuhkarton, der das Flürchen verschandelt“, wo dort doch noch mehr Wohnbebauung entstehen solle. „Dieses Vorhaben wäre ein Sündenfall, der massiv in kleinstädtische Strukturen eingreifen würde“, schloss er.

Die Ansiedlung an dieser Stelle lehnen wir ab. Wir haben doch noch Flächen in IG Nord frei“, machte Fraktionsvorsitzende Susanne Albers für die UWD deutlich.

Und genauso eindeutig formulierte es Wilhelm Reuscher (FDP): „Wir lehnen es ab, an dieser Stelle einen so großen Markt zu errichten.“

Trotz negativen Beschlusses soll sich jetzt der Bürgermeister um zwei Dinge in diesem Zusammenhang kümmern - so der Auftrag des Parlaments nach Zusatzanträgen von CDU/FDP: Zum einen soll der Verwaltungschef mit dem Investor verhandeln, ob er sich eventuell an anderer Stelle in Dieburg niederlassen möchte - beispielsweise im Industriegebiet. Zum anderen soll ein Alternativstandort für das an der Stelle in näherer oder weiterer Zukunft - je nach Finanzlage - geplante Sportzentrum gesucht werden.

Alternativstandort vorhanden

Wir hätten eine Alternative, das wäre das Gelände am neuen Skaterpark auf der anderen Seite“, so Bürgermeister Dr. Werner Thomas gestern auf Anfrage. Er werde jetzt nach dem Beschluss im Parlament zweigleisig tätig werden: Zum einen eine Anfrage ans Regierungspräsidium wegen des Flächennutzungsplan stellen, zum anderen mit dem Investor über einen Ausweichstandort verhandeln.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare