Karlheinz Braun

Neue „Hausgeschichten“ von Dieburger Autor

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Das neue Produkt seiner Heimatrecherchen: Karlheinz Braun mit den Heftchen zu „Mainzer Hof“ und „Markt 13“, die er in Kürze herausgegeben will.

Dieburg - Der Dieburger Karlheinz Braun hat ein Heftchen über den „Mainzer Hof“ und das „Hopfensack“- Gebäude erstellt. Er ist ein vielfältiger Heimat- und Mundart-Autor. Von Jens Dörr

Karlheinz Braun liebt sein Dieburg, die Fastnacht und die Mundart – und bringt all das immer wieder in hochwertigen Publikationen zusammen. So veröffentlichte er 2011 etwa eine Broschüre zum 111-jährigen Bestehen der inzwischen abgerissenen Ludwigshall’. Es war seine erste „Hausgeschichte“, der er nun zwei neue Heftchen zu Dieburger Gebäuden folgen lässt: Der Pensionär hat sich intensiv mit der Historie des Hotels und Gasthauses „Mainzer Hof“ sowie dem Gebäude „Markt 13“ (in dem heute der „Hopfensack“ untergebracht ist) befasst.

Entstanden sind zwei bebilderte Werke, die 16 Seiten („Mainzer Hof“) beziehungsweise vier Seiten („Markt 13“) umfassen. Jeweils 50 Exemplare hat Braun schon mal auf eigene Kosten drucken lassen; noch befindet er sich aber im Gespräch mit der Stadt, die sich an den Ausgaben für den Druck beteiligen könnte.

Danach soll klar sein, wie und zu welchem Preis jeder an die Heftchen gelangen kann.

Auf Grundlage von Brauns Recherchen widmet unsere Zeitung im Rahmen ihrer Serie „Dieburg – früher, heute“ demnächst zwei Folgen eben jenen beiden Objekten und befasst sich dann inhaltlich näher damit. Schließlich gehören beide schon lange zum Stadtbild: Die Ursprünge des Hauses mit dem „Mainzer Hof“ (in den Komplex sind heute neben dem Hotel von Serhat Özak das „L’Arte Della Padella“, das „Billard Palace“ und das „Caféhaus Kamuran“ untergebracht) reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Das Haus mit dem heutigen „Hopfensack“ wurde erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts erwähnt. „Über ein Jahr lang hinweg habe ich zu beiden Häusern nachgeforscht und mit verschiedenen Leuten Gespräche geführt“, so Braun. Auf diese Weise gelang es ihm unter anderen nachzuzeichnen, wer die Häuser jeweils belegte.

Derlei Arbeit macht dem Dieburger bis heute Spaß. „Ich schreibe und recherchiere gerne“, sagt er, was sich auch in vielen weiteren Ergüssen nachvollziehen lässt: So führte Braun etwa Regie bei der Neuauflage der Wallfahrtsbroschüre, gestaltete die Festschrift zur Orgelweihe in der Gnadenkapelle und war hauptverantwortlich für das opulente Buch zu „500 Jahre Dieburger Fastnacht“. Aktuell beschäftigt er sich mit einer Broschüre der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, die sich mit der Geschichte der beiden Kirchen St. Peter und Paul sowie St. Wolfgang befasst.

Stolz ist Karlheinz Braun auch auf die große Zahl eigener Gedichte, die ihm besonders dann aus der Feder fließen, wenn er den Leuten mal wieder genau „aufs Maul geschaut“ hat. So manche Lebensweisheit hat er dabei kreiert und gekonnt in Worte und mitunter Reime gefasst. Manches Märchen schrieb „de Braune Karlheinz“ auf „Dibboijerisch“ um und brachte das Ergebnis auf Veranstaltungen des Heimatvereins mit kräftiger Stimme zu Gehör. Manchmal unterhält der äußerst Sprachbegabte aber nicht „nur“, sondern regt auch zum Nachdenken an: Dafür stehen zum Beispiel Vorträge über die „Zeit“, das „Vaterunser“ oder gleich das „Universum“. Auch Sprichwörter aus der Bibel hat er schon aufbereitet. Ganze Stadtrundgänge und in Mundart durchgeführte Weinproben tragen die Handschrift des Genussmenschen.

Auch in unserer Zeitung war der 73-Jährige, der vielen noch immer stark als Dieburger Original „Verrer Gunkes“ von den Fastnachtssitzungen des Karnevalvereins in Erinnerung geblieben ist (seit ein paar Jahren schlüpft Thomas Buchert in diese Rolle), einst präsent: In den 90ern glossierte er lokale Ereignisse, die dann im Rahmen einer Gunkes-und-Bawett-Karikatur veröffentlicht wurden. Mit dem Schreiben ist übrigens noch lange nicht Schluss. Karlheinz Braun verrät: „Meine Idee von einem eigenen Buch mit dem Titel ,Do lachsde dich kabutt’ ist bereits fertig, liegt aber noch in der Schublade.“

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