Neuer grüner Zweig der LGS hat Blüten angesetzt

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Die angehenden Floristinnen Julia und Miriam gestalten eine Tischdekoration.

Dieburg   ‐  „Ich wollte mir heute mal einen Überblick über die Möglichkeiten im Bereich der floralen Berufe verschaffen“, sagt Tobias aus Reinheim, der den Wunsch nach einem Ausbildungsplatz im Landschaftsbau hat. Der Schüler ist einer der vielen Besucher, die sich am Samstag beim Tag der offenen Tür des neuen Agrarzweigs der LGS informierten. Von Verena Scholze

Seit Januar werden Floristen, Gärtner und Landwirte aus ganz Südhessen in dem neuen Gebäude der Abteilung Agrarwirtschaft unterrichtet. „Wir wollen mit diesem Tag nicht nur Schüler, sondern vor allem auch Ausbildungsbetriebe ansprechen“, erklärt Abteilungsleiter Peter Schäfer. Neben den dualen Ausbildungsberufen bietet die Landrat-Gruber-Schule eine einjährige Fachoberschule Agrarwirtschaft sowie ein Berufsvorbereitungsjahr Agrartechnik an. Der Fachbereich Agrartechnik ist somit in das an der beruflichen Schule schon bestehende Fachoberschul-Konzept eingebunden, in dem die Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss die Chance bekommen, die Fachoberschulreife zu erlangen. Weiterhin ist geplant, das berufliche Gymnasium um die Fachrichtung Agrarwissenschaft zu erweitern.

So präsentierten Auszubildende und Lehrer der „grünen Berufe“ den Neubau, in dem neben modernen Klassenräumen für den theoretischen Unterricht auch Übungsräume für Agrartechnik sowie Floristik integriert sind. Mit Aktionen wie Gestaltung von Tischschmuck, Pflanzenbestimmungen, Gießwasseruntersuchungen oder Melken am Gummieuter brachten Auszubildende den Besuchern ihren Berufszweig näher.

Staudt: „Vorteil der Praxisnähe.“

Am Gummieuter einer geduldigen „Kuh“ übt ein Besucher das Melken.

Die Schüler können nach dem theoretischen Teil sofort den Klassenraum wechseln und dort den Stoff in der Praxis erproben und umsetzen“, sagt Schulleiter Dieter Staudt. Die enge räumliche Verzahnung kommt bei den Schülern sehr gut an. „Wir haben den Vorteil der Praxisnähe“, erklärt die angehende Floristin Miriam.

Für eine moderne Unterrichtsgestaltung sorgen interaktive Whiteboards in den Klassenräumen. Das sind digitale Tafeln, die die herkömmlichen grünen „Kreidetafeln“ ersetzen. „Alle Lehrer haben sich für das neue Unterrichtsmedium ausgesprochen, das sich als tolles Instrument zur Wissensvermittlung und Unterrichtsgestaltung präsentiert“, sagt Staudt. Durch die Bauweise der Klassenräume mit gedämmten Holzdecken wird der Schall verringert, was zu einer für Schüler und Lehrer angenehmen Unterrichtsatmosphäre führt.

Sponsorensuche für ein grünes Klassenzimmer

In den angrenzenden Praxisräumen können die 270 Auszubildenden der drei Berufszweige üben: So bietet die Halle der Landschaftsbauer und Landwirte genug Platz, um Steinmauern hochzuziehen und Pflastersteine zu verlegen. Theoretisch besteht weiterhin die Möglichkeit, diese Halle mit einem Schlepper zu befahren. „Wir suchen noch nach einem Sponsor, der uns so ein Fahrzeug zur Verfügung stellt“, sagt Schäfer.

Auf den Freiflächen sollen in der wärmeren Jahreszeit Muster- und Übungsgärten angelegt werden. Da die geplanten Kosten für das Außengelände etwas überschritten wurden, laufen Gespräche mit der Firma Rinn aus Heuchelheim bei Gießen über ein Sponsoring. „Die Firma stellt ein ganzes Sortiment aus Naturstein- und Betonelementen zur Garten- und Landschaftsgestaltung her“, sagt Staudt und zeigt sich zuversichtlich über Kooperationsmöglichkeiten für ein grünes Klassenzimmer.

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