Neuer Wohnraum auf dem Campusareal

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Den südlichen Bereich des Campusareals umfasst das Bebauungskonzept des Frankfurter Büros „happarchitecture“, dazu gehört auch das im Foto nicht zu sehende Gelände des Sportplatzes. Erhalten bleibt, neben den von der Hochschule genutzten Gebäuden, zunächst auch das Hallenbad. Fallen sollen hingegen die schon seit langer Zeit leerstehenden Wohntürme.

Dieburg ‐ 170 Eigenheime sollen auf dem südlichen Teil des Dieburger Campusareals entstehen. So sieht es der Entwurf des Frankfurter Architekturbüros „happarchitecture“ vor, der als Sieger aus dem städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung des Campusareals hervorgegangen ist. Von Laura Hombach

Den Wettbewerb hatten die Firma Corpus Sireo, die für die Immobilienverwaltung der Telekom zuständig ist, und die Stadt Dieburg ausgelobt. Elf Architekturbüros hatten Entwürfe für die Gestaltung des rund zehn Hektar großen Grundstücks eingereicht. Das Konzept von „happarchitecture“ überzeugte die Jury „durch hohe städtebauliche Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit“, heißt es in der offiziellen Erklärung.

Gebiet schließt sich vernünftig an vorhandene Bebauung an

Auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas freut sich, dass man mit dem Bebauungskonzept „einen vernünftigen Kompromiss zwischen dem Anspruch auf Wirtschaftlichkeit seitens der Grundstückseigentümer und dem Wunsch auf Erhalt bestimmter Elemente seitens des Landesamtes für Denkmalschutz gefunden habe“. „Wir haben lange und ausführlich diskutiert und dann ganz einstimmig den Beschluss gefasst“, schildert Thomas den Entscheidungsprozess.

Das Gutachtergremium bestand aus Vertretern von Corpus Sireo, der Stadt Dieburg, des Landesamtes für Denkmalpflege, dem Leiter des Fachbereichs Energieeffizientes Bauen an der TU Darmstadt, Prof. Manfred Hegger, und dem Frankfurter Stadtplaner Prof. Dr. Martin Wentz.

Das Gebiet schließt sich in vernünftiger Weise an die vorhandene Bebauung an“, erklärt Thomas, „und auch der parkähnliche Charakter des Geländes kann erhalten werden“. Die Planung sieht zudem die Einrichtung eines kleinen Mischgebiets vor, in dem sich Firmen mit Bezug zur Hochschule ansiedeln können.

Hallenbad bleibt zunächst vom Abriss verschont

Grundvoraussetzung für die Umsetzung der Pläne ist die Schaffung von Baurecht durch das Dieburger Parlament. Die Stadtverordneten werden sich in ihrer nächsten Sitzung am 26. November mit dem Entwurf befassen. Wenn Baurecht geschaffen ist, will die Deutsche Telekom AG das Grundstück verkaufen.

Falls das Konzept auf die Zustimmung der Stadtverordneten stößt, könnte es 2011 auf dem Campusareal losgehen, dann würden auch die schon seit Jahren leerstehenden Wohntürme weichen.

Verschont von den Abbrucharbeiten auf dem Gelände bleibt zunächst das Hallenbad, für das die Telekom bis Ende 2014 einen Mietvertrag mit dem Wassersportverein unterzeichnet hat. Dass dieser über das Jahr 2014 hinaus verlängert wird, hält Thomas allerdings für unwahrscheinlich. Auch sieht er im Augenblick keine Möglichkeit, wie die Stadt bei der derzeitigen Finanzlage den Bau eines neuen Hallenbades finanzieren könnte. „Der Bau eines Hallenbades würde uns heute 11 Millionen Euro kosten, 2014 kämen dann wahrscheinlich sogar 12 bis 13 Millionen Euro auf uns zu“, rechnet der Verwaltungschef vor.

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