Seniorenbeirat informiert sich über Wünsche  der jetzigen Bewohner

Neues Altenheim mit mehr Kontakt nach „draußen“

Dieburg - (eha)   Was sind die Wünsche und Erwartungen der Bewohner und der Heimleitung des jetzigen Altenheims für ein Altenzentrum auf dem Konviktsgelände in Dieburg? Um dies zu erfahren, traf sich der Seniorenbeirat kürzlich zu seiner Sitzung im Altenzentrum in der Gerhart-Hauptmann-Straße.

Nach einer Führung durch Sozialdienstleiterin Marita Averbeck begrüßte der Seniorenbeirat in der Cafeteria als Gast Günter Christ, den ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten des Landkreises sowie neun Bewohner des Hauses. Der jüngste war 69, die älteste Teilnehmerin 95 Jahre alt.

Das Altenzentrum wurde im Jahr 1968 als Altenwohnheim der Stadt eröffnet. 1999 hat es die St.-Rochus-Stiftung übernommen.

In den Sechzigerjahren sei das Haus ein modernes Altenwohnheim mit deutlich jüngeren Bewohnern als heute gewesen, so Averbeck. Heute würden die meisten älteren Menschen von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten so lange wie möglich zu Hause betreut und kämen erst in ein Heim, wenn eine Rund-um-die-Uhr- oder auch eine psychosoziale Betreuung nötig werde.

Leider nehme auch die Demenzerkrankung weiter zu, wodurch ganz andere Wohn- und Pflegekonzepte notwendig würden, erläuterte die Fachfrau. So habe man den großen Speisesaal aufgeteilt und damit einen betreuten Bereich geschaffen.

Das jetzige Altenzentrum hat 64 vollstationäre Plätze, Kurzzeitplätze werden angestrebt, denn die Nachfrage danach ist sehr groß.

Für ein neues Altenzentrum wünscht man sich kleinere Wohneinheiten für acht bis höchstens zwölf Personen, die einen normalen Alltag miteinander leben können, um so viel Selbständigkeit wie möglich zu erhalten. Wünschenswert wäre in jeder Wohngruppe ein rollstuhlgerechter Kochbereich, in dem - je nach den noch vorhandenen Möglichkeiten der Bewohner - gemeinsam Essen zubereitet werden kann.

Ein weiteres Ergebnis der Diskussion: Wichtig und hilfreich sei ein Demenzgarten, da die Erkrankten einen großen Bewegungsdrang hätten. Deshalb sollte es im Außenbereich auch geschützte verschlungene Wege geben, wo „man suchen und auch etwas finden kann“. Dies würde durch Hochbeete mit bekannten Blumen und Kräutern gewährleistet, denn der Geruchsinn könne verschüttete Erinnerungen wecken.

Die an der Sitzung des Seniorenbeirats teilnehmenden derzeitigen Bewohner äußerten zudem folgende Wünsche für ein neues Heim: größere und helle Zimmer, mit eigener Dusche und WC, ein offenes Haus mit Cafeteria, wo auch Leute von außerhalb hin kommen könnten, einen kleinen Kiosk, an dem man unter anderem auch Zeitungen kaufen kann, so dass mehr Kontakt zu anderen Bürgern möglich wird.

Seniorenbeiratsvorsitzende Ingeborg Steffens erläuterte die Vorstellungen des Gremiums für ein zukunftsweisendes Konzept eines neuen Seniorenzentrums auf dem ehemaligen Konviktsgelände. Diese würden sich nicht wesentlich von denen der Heimleitung und der Bewohner unterscheiden, sagte sie.

In der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 6. Juli, stellt die Stiftung das Konzept für das Konviktsgelände näher vor (Beginn ist um 19.30 Uhr im Rathaus).

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