Neues Bad für Dieburg?

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Wo kann in Dieburg zukünftig auch außerhalb der Sommermonate geschwommen und geplantscht werden? Der WSV hofft in einem neuen Trainingsbad neben dem Freibad.

Dieburg (jd) ‐ An Silvester 2014 könnten im Dieburger Hallenbad die Lichter ausgehen. Zwar bemüht sich der Wassersportverein Dieburg, um eine Verlängerung des Mietvertrags mit dem Telekom-Vermögensverwalter Corpus Sireo bis Ende 2019, in trockenen Tüchern ist das aber nicht.

Ganz aus den Augen lässt der WSV diese Option zwar nicht, im Wesentlichen fokussiert er sich auf eine andere Lösung: Dieburg soll ein neues Trainingsbad bekommen. Um die Frage, wie dieses Konzept zu bewerkstelligen sein könnte, ging es am Freitagabend bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des WSV in der Gemeindezentrale St. Wolfgang der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul. Klaus Schulte, Vorsitzender des WSV, stellte den 50 Anwesenden Mitgliedern, Gästen, Schwimmverbandsmitgliedern, Bürgermeister Dr. Werner Thomas sowie Stadtparlamentariern von CDU, SPD und FDP das Konzept des Planungs-Teams vor.

Den Ort, an dem die aktuell 1 900 Nutzer des Dieburger Trainingsbads auf dem Campus-Gelände zukünftig ins Wasser steigen könnten, nannte Schulte erst am Ende: Ziel ist ein Neubau neben dem Freibad - auf einem Areal zwischen Schlossgarten-Sportplatz und K128. Diesen Standort favorisiere man gegenüber dem Gebiet nördlich der K128. In etwa dort, wo sich jetzt das Beachvolleyball-Feld befindet, ließen sich zahlreiche Synergien mit dem Freibad schaffen. „Dann hätte auch der Kreisel mal einen Sinn“, sagte Schulte. Freilich sei dort auch die Verkehrsanbindung für die 15 Schulen, 21 Vereine und zehn weiteren Gruppen, die das Bad aktuell nutzen, sehr gut.

40 Schulen zeigen Interesse

Was jetzt schon mächtig klingt und eine Auslastung des WSV-Bads von 80 Prozent bringt, könnte laut Schulte noch ausgebaut werden: 40 Schulen im Landkreis kämen als Nutzer in Frage. Bedarf sei fraglos da, was nicht nur Schulen aus Ernsthofen und Vereine aus Michelstadt, die zum Schwimmen nach Dieburg fahren, demonstrieren. Das Schulamt wolle zum Beispiel unbedingt ein Lehrbecken, allein wegen der Lehrerhaftung.

Allerdings: In der vom ArchitektenRainer Glaser erstellten ersten Planung kostet schon die Grundversion eines neuen Bads 2,6 Millionen Euro. Sie sähe aus wie die heutige Lösung mit einem Becken und vier Bahnen, allerdings ohne Drei-Meter-Turm und Tauchmöglichkeit. Auch eine größere Anzahl an Nutzern ließe sich wegen der beschränkten Kapazitäten so nicht generieren. Die Betriebskosten würden sich auf 72 000 Euro pro Jahr belaufen. Der WSV hat mit einer niedrigen Auslastung von 55 Prozent kalkuliert und käme so auf einen Stundenpreis pro Bahn von rund 17 Euro. „Bei zehn Euro steigen die Leute allerdings aus“, so Schulte.

Landkreis soll bürgen

In weiteren Versionen eines neuen Trainingsbads ergänzte Schulte in seinem Vortrag das Grundgerüst um weitere Module: weitere Bahnen, Sprungturm, mehr Tiefe, dann ein zweites Becken (für Grundschulen und Gesundheitssport) und ein drittes (Lehrbecken). In der Top-Version ließen sich laut Kostenschätzung gar acht bis elf Millionen Euro verbauen.

Um seinem Ziel näher zu kommen, will der WSV detailliert mit der Stadt Dieburg über Grundstück und die Abnahme von Zeiten für öffentlichen Badebetrieb reden. Dann soll der Kreis wegen einer Bürgschaft angegangen werden - das Darlehen bekäme man bei der Sparkasse Dieburg zu einem Zinssatz von subventionierten 1,75 Prozent, sagte Schulte. Der Kreis soll auch die Abnahme des Schulschwimmsportbetriebs in diesem Bad vornehmen. Erst später könne man sich um Förderanträge des Landes Hessen bemühen und das Darlehen tatsächlich auch aufnehmen. Dass der Verein so vorgehen soll, beschlossen die Mitglieder am Freitagabend einstimmig.

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