Wunsch des Wassersportvereins nach Drittelung der Kosten nicht umsetzbar

Neues Bad scheitert am Geld

Noch bis Ende 2019 kann das alte Trainingsbad genutzt werden. Wie es danach weitergeht, ist nun wieder ungewiss. Foto: Hombach

Dieburg J Einen Trainingsbadneubau wird es in Dieburg – zumindest in der nahen Zukunft – nicht geben, Was nach den Beratungen in den vergangenen Sitzungen der Stadtverordneten und des Finanzausschusses schon zu vermuten war, machte das Parlament in seiner Sitzung am Donnerstagabend amtlich. Von Laura Hombach

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Dabei hört sich das, was die Parlamentarier am Ende einstimmig beschlossen, eigentlich positiv an: Die Stadtverordnetenversammlung stehe in Sachen Trainingsbadneubau weiter zu den erteilten Zusagen. Konkret bedeutet das den bereits erfolgten städtischen Zuschuss für die Planung über 50 000 Euro, die Bereitstellung des Baugrunds und die Finanzierung der Erschließungskosten durch die Stadt.

Doch eben diese städtischen Leistungen reichen dem in Sachen Neubau federführenden Wassersportverein (WSV) nun nicht mehr aus, um das zirka 5 Millionen Euro teure Projekt zu finanzieren. Das hatte der Vorsitzende des WSV, der derzeit noch das Trainingsbad auf dem Campus-Gelände betreibt, Klaus Schulte, im Januar im Parlament deutlich gemacht.

Bei den ersten Vorstellungen der Planungen für den Neubau hatte das anders geklungen, und so machte auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Renee Exner, am Donnerstag seinem Unmut Luft. Er selbst und auch viele Mitglieder seiner Fraktion hätten den Planungen für einen Neubau zuerst skeptisch gegenübergestanden, sich aber von Schultes Planungen zur Finanzierung überzeugen lassen. Damals sei lediglich vom Grundstück, dem Zuschuss zu den Planungskosten und Erschließungskosten die Rede gewesen, betonte Exner. Die Baukosten für das Bad übernimmt der WSV, habe es in den Anfangsplanungen geheißen, so Exner. In die Finanzierung des Projekts war indes nicht nur ein Zuschuss von einer Million Euro aus dem Hallenbadinvestitionsprogramm des Landes Hessen, sondern auch eine Beteiligung des Landkreises eingeplant.

Landrat Klaus-Peter Schellhaas habe Schulte aber bereits im November 2011 gesagt, dass der Kreis nicht mit im Boot sei. Trotzdem habe man das Projekt weiter betrieben, so Exner. Plötzlich habe dann eine Drittelung der Kosten zwischen WSV, Stadt Dieburg und Landkreis im Raum gestanden. Und nun schließlich der Vorwurf des WSV an die Parlamentarier, sie seien nicht bereit, das Projekt zu unterstützen, weil sie der Übernahme eines Drittels der Kosten nicht zugestimmt hätten. „Ich finde es traurig, dass man so miteinander umgeht“, erklärte Exner. Trotz seiner deutlich spürbaren Enttäuschung, versäumte es der CDU-Mann dennoch nicht, Schulte den größten Respekt für seine Leistungen auszusprechen.

Ein Sentiment, in das auch die nachfolgenden Redner einstimmten. „Ich kann die Verärgerung des WSV darüber, dass ein Projekt scheitert, das man so lange vorangetrieben hat, verstehen,“ erklärte Wilhelm Reuscher (FDP). Er wies aber auch auf die Abstriche hin, die die Stadt habe machen müssen, um den Erhalt des bisherigen Trainingsbads zu sichern. Zudem habe das zweite Gutachten für den anvisierten Neubaustandort zwischen Kiosk und Beachvolleyballfeld am Freibad den Baugrund als risikoreich eingestuft. Sollte man den Bau trotzdem weiter vorantreiben, so stünde am Ende die Stadt als Grundstückseigentümerin mit der Problematik da. Der Magistrat habe daraufhin beschlossen, dass die Stadt kein geeignetes Grundstück für den Neubau eines Bades anbieten könne. Zumindest nicht so schnell, schränkte Reuscher ein, denn die Integration eines Hallenbads in das Sportzentrum sei durchaus denkbar.

Reuscher verwies auch auf das Angebot des Bauträgers, das Trainingsbad eventuell auch über das bisher vereinbarte Datum Ende 2019 hinaus zu erhalten. Ein Angebot, das der WSV zurückgewiesen hatte, das nach Reuschers Ansicht aber durchaus eine Perspektive sei, Dieburg auch mit geringeren Mitteln weiterhin ein Traininigsbad zu erhalten.

„Wir sind an unseren finanziellen Grenzen angelangt“, erklärte Ferdinand Böhm (SPD), der vor den Leistungen des WSV den Hut zog. Neben den reinen Entstehungskosten sprach er auch das Problem der Folgekosten an. Böhm bat den WSV, in seinem Engagement nicht nachzulassen. „Wir stehen zu unserem Wort“, betonte Böhm. Eine Aussage, die im Anschluss durch das einhellige Abstimmungsergebnis von allen Fraktionen untermauert wurde.

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