Anne Sattig macht auf kleine Veränderungen in Dieburg aufmerksam

Nicht nur der Bildstock ist weg

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Im Zuge von Bauarbeiten verschwunden: Der Bildstock am Durchgang zwischen Landratsamt und Albini’schem Schloss.

Dieburg - Nicht nur die DA-Serie „Dieburg - früher, heute“ greift in loser Folge immer mal wieder markante Stellen in der Stadt auf, die ihr Gesicht über die Jahre und Jahrzehnte hinweg ein bisschen oder auch radikal geändert haben. Von Jens Dörr 

Auch aus der Leserschaft gibt es hierzu immer wieder Impulse. So macht DA-Leserin Anne Sattig gleich auf mehrere kleine, beim genauen Hinsehen aber doch markante Wandlungen in Dieburg aufmerksam. So etwa am Landratsamt. „Der ganze Bildstock ist weg“, sagt Sattig und zeigt auf ein älteres Foto. Der Bildstock befand sich vor dem alten Amtsgebäude mit dem einstigen Sitzungssaal am Durchgang zwischen Landratsamt und Albini’schem Schloss. Im Zuge dortiger Bauarbeiten wurde er von seinem Standort entfernt.

„Ein Bildstock stand früher immer an der Grenze zur Gemeinde“, weiß Sattig. Jener, der am Landratsamt stand, befand sich einst an der Grenze zwischen Dieburg und Münster. Er zeigt das Wappen des Wolfgang von Dahlberg, dem einstigen Erzbischof von Mainz. „Deswegen ist auch das Mainzer Rad mit abgebildet“, sagt Sattig. Es stellt die Verbindung zwischen Dieburg und Mainz her. Gestiftet wurde der Bildstock einst von zwei Rentmeistern der Stadt Dieburg.

Wie der Bildstock noch existent, aber nicht mehr im Stadtbild sichtbar ist das recht bekannte Badhaus-Schild. Außen am Gebäude, das die Stadt in diesem Jahr an den griechischen Gastronomen verkaufte, der dort unter dem Namen „El Greco“ nun das Restaurant betreibt, waren darauf zwei Badende in einer Holzbütte zu sehen. Das Schild ist jetzt im Inneren des Badhauses zu finden. Weg ist auch das kleine Türmchen mit der Glocke auf dem Gebäude neben dem „Headquarters“ am östlichen Ende der Zuckerstraße. In diesem Gebäude befand sich bis in die 60er hinein eine Handwerkerschule.

Ein ganz praktisches Örtchen, das zum Bedauern so manches Fußgängers in der Innenstadt nicht mehr vorhanden ist, ist der einstige Ruheplatz mit Baum und Bank gegenüber dem früheren „Löwenkeller Olympia“. Das idyllische Plätzchen lud bei gutem Wetter stets zum Verweilen und zur kurzen Rast abseits der Zuckerstraße ein - ob mit der Eiswaffel in der Hand oder dem Kinderwagen daneben.

Stichwort „Löwenkeller“: Besonders schmerzlich sind Veränderungen gewohnter und geschätzter Dieburger Gegebenheiten immer dann, wenn mit ihnen auch das Verschwinden von Menschen aus dem Stadtbild einhergeht. So wie bei Vasili und Woula Stavridis, die den „Löwenkeller“ bis Mai 2012 über 30 Jahre hinweg zu einem beliebten Lokal mit hohem Stammkundenanteil machten. Das Ehepaar zog danach in sein Haus in Griechenland. Ihre Töchter immerhin blieben in Dieburg zurück - und das Rezept fürs legendäre Hacksteak.

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