Nicht jeder kann Kartoffeln schätzen

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Alexandra Haag, Doreen Trumpfheller und Sophie Roth (v.l.n.r.) gestalten eine möglichst naturnahe und harmonisch wirkende Innenraumbegrünung.

Dieburg ‐ Ein Ring soll es werden. Als Zeichen der ewigen Liebe oder für eine Liebesbeziehung - passend zum Valentinstag. Von Dirk Beutel

Während die beiden angehenden Floristinnen Julia Bertram und Julia Ankenbrand mit Korkenzieherweiden, Naturbast, Papier und Efeu an dem Symbolträger basteln, formuliert ihre Mitschülerin Eliane Neumüller dazu die passende Geschichte. Das kreative Werkstück zum Tag der Liebenden ist nur eine von zehn Herausforderungen, denen sich die rund 180 Schüler der Fachbereiche Gartenbau, Landwirtschaft und Floristik der Landrat-Gruber-Schule am Montag zu stellen hatten. Zum ersten Mal überhaupt wurde der Regionalentscheid für den Berufswettbewerb für junge Gärtner in Dieburg veranstaltet.

In dreiköpfigen Teams stellen sich die Azubis den theoretischen und praktischen Aufgaben. Dabei wird der Wettbewerb in zwei Schwiergkeitsgrade (Stufe A für Auszubildende im ersten und zweiten Lehrjahr und Stufe B für Auszubildende im letzten Lehrjahr) gegliedert.

Schon knapp drei Stunden nach dem Startschuss findet sich kaum noch ein Schüler bei den theoretischen Herausforderungen. Dazu gehören etwa das Bestimmen von Obst- und Kräutersorten oder das Zuordnen von Symbolpflanzen auf dem Friedhof (Vergissmeinnicht für Abschied in Liebe). Allerdings finden sich ein paar Nachzügler bei Station 4: Messen - Schätzen - Raten. Hier sollen die Azubis Augenmaß beweisen und die Höhe eines markierten Baumes oder den Folienbedarf für das Abdecken eines provisorisch dargestellten Spargelhügels schätzen. Gleich daneben, auf einem Tisch, stehen zwei Eimer bis oben gefüllt mit Kartoffeln. Der Antwort auf die Frage, wie viele Knollen in beiden Gefäßen enthalten sind, kommen die Gemüsegärtner am nähesten. „Absolut beeindruckend. Bis auf fünf Kartoffeln haben alle genau geschätzt“, sagt Gartenbau-Fachlehrer Volker Schaum. Eine Aufgabe, bei der auffällig viele Floristen daneben liegen.

Teamarbeit bei der Innenraumbegrünung

Dafür schnitten sie aber besser bei der Innenraumbegrünung ab. So wie Dennis Buß und Franziska Glas. Die beiden stopfen händeweise Erde in ihren Blumentopf und zupfen noch an den Blättern ihres Drachenbaums. Schließlich soll die Arbeit möglichst harmonisch und naturnah aussehen. Am gegenüberliegenden Tisch werkeln Alexandra Haag, Doreen Trumpfheller und Sophie Roth an der gleichen Aufgabe. Sie haben sich allerdings für eine andere Pflanzenauswahl entschieden. „Die Innenraumbegrünung ist die mit Abstand zeitaufwendigste Disziplin und fordert besonders die Arbeit im Team“, sagt Tatjana Neumann, Fachlehrerin für Garten- und Landschaftsbau.

Mindestens genauso viel Zusammenarbeit fordert der Valentinsring von Eliane und den beiden Julias an der Kreativitätsstation, der mittlerweile fertig geworden ist. Thilo Haase, Fachlehrer für Floristik bewertet: „Die meisten anderen haben sich für klassische Symbole wie das Herz oder die Rose entschieden. Von daher ist das hier eine schöne Abwechslung.“

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