Noch reicht das Streusalz

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Bauhofleiter Manfred Witzel wirft einen kritischen Blick auf die Salzbestände.

Dieburg ‐ Der Winter hat Südhessen im eisigen Würgegriff. Und das wird auch noch eine Weile so weitergehen. Das angekündigte Tiefdruckgebiet „Daisy“ wird an diesem Wochenende noch einmal für neuen Schnee und weiterhin klirrend kalte Temperaturen sorgen. Von Dirk Beutel

Eine Vorhersage, die auch der Dieburger Streu- und Räumdienst ernst nimmt und sich auf die neue „Schneewelle“ einstellt.

Seit der letzten Novemberwoche steht eine achtköpfige Mannschaft bereit, um Schnee und Eis in der Dieburger Innenstadt den Kampf anzusagen. Um möglichst effektiv arbeiten zu können, nehmen sich vier Kollegen zu Fuß, mit Kehrbesen und Streusalz bewaffnet, Ampel- und Inselanlagen, sowie Brücken und andere schwer erreichbare Bereiche vor.

Der Rest des Teams setzt sich hinter die Lenkräder der vier Räumfahrzeuge, die jeweils winterfest gewartet und mit genügend Streusalz zur Verfügung stehen.

300 Kilo Salz können die drei kleineren Autos fassen, die mit einer frontalen Kehrmaschine ausgestattet sind. Der Star des Teams ist aber das große Räumfahrzeug, das einzige, das mit einem großen Schild ausgestattet ist und mit bis zu zwei Tonnen Salz „betankt“ werden kann.

Von der wichtigen Munition hat der Bauhof noch einen kleinen Vorrat. „Momentan haben wir noch etwa 20 Tonnen Salz auf Lager, sagt Bauhofleiter Manfred Witzel. „Das reicht uns für das Wochenende. Wenn sich der Winter weiterhin so hartnäckig hält, könnte es allerdings etwas eng werden.“

Bereits zwischen den Jahren hat Witzel neues Salz geordert, eine Lieferung erwartet er nächste Woche. Die Bestände der Lieferfirma in Heilbronn seien, wie viele andere in Deutschland auch, erschöpft. „Dazu kommt, dass Autobahnmeistereien natürlich bevorzugter behandelt werden als die Kommunen“, erklärt Witzel. Bislang wurden in diesem Winter rund 30 Tonnen Salz in Dieburg verstreut, je nach Wetterlage wären das etwa 2,6 Tonnen pro Einsatz.

Die Dieburger kehren fleißig, nur manchmal in die falsche Richtung

Äußerst ungern greift der Streudienst auf Split zurück, da dieser, aufgrund der Rollwirkung, schnell von Autos an den Fahrbahnrand getragen wird, und dadurch seinen eigentlichen Nutzen verfehle. Doch damit nicht genug: Vom Fahrbahnrand aus rolle das Streugut in die Abwassergullis und kann dort erhebliche Verstopfungen in den Rohren verursachen. „Außerdem muss man den Split wieder aufkehren und wie Sondermüll entsorgen“, gibt Witzel zu bedenken.

Doch im Kampf um Schnee und Eis steht der Streu- und Räumdienst nicht ganz alleine da, zumal jeder Bürger in der Pflicht steht, den Gehweg vor der eigenen Haustür freizuräumen. „Die Dieburger sind sehr fleißige Schneeräumer, nur leider kehren manche den Schnee auf die Straße, anstatt in den Vorgarten oder an einen Baum. Wenn wir mit unserem Räumfahrzeug anrücken, befördern wir den Schnee zurück auf die Gehwege - da gibt's manchmal schon böse Blicke“, schmunzelt Witzel.

Die können die Kollegen vom Räumdienst allerdings auch manchmal austeilen. Etwa wenn der große Einsatzwagen, aufgrund versetzt geparkter Autos, nicht durch die Straßen fahren kann. Bereits zweimal sei dies in diesem Winter der Fall gewesen: „Sowohl in der Weißturmstraße als auch im Steinweg hatten wir Probleme“, erinnert sich Witzel. So wurde dann eben „nur“ per Hand geräumt und gestreut.

Wie stark man aber auf das große Räumfahrzeug angewiesen sei, zeigte sich jüngst im Dezember. Ein Ölproblem setzte die Maschine lahm und gefährdete den Einsatz für den nächsten Tag. „Aber unser technischer Notdienst hat das Problem schnell wieder in den Griff bekommen“, weiß Witzel noch.

Volle Einsatzbereitschaft noch bis Anfang März

Im äußersten Notfall gebe es auch noch die interkommunale Zusammenarbeit mit dem Münsterer Bauhof.

Ohnehin: Der Einsatz von Fahrzeugen und Räummannschaft sei immer gewährleistet - zumindest noch bis zur ersten Märzwoche. Bis dahin stehen die Bauhofmitarbeiter sieben Tage die Woche von sechs bis 22 Uhr in Bereitschaft.

Der Bauhofleiter selbst ist permanent im Dienst und verfolgt aufmerksam die Wetterprognosen. „Da kann es vorkommen, dass ich früh um fünf Uhr aus dem Fenster schauen und die Wettersituation einschätzen muss“, sagt Witzel. Könnte sein, dass ihm das an diesem Wochenende wieder blüht.

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