Neues Instrument für Wallfahrtskirche

Die Orgelpfeifen können kommen

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Prospekt des neuen Instruments für die Wallfahrtskirche steht.

Dieburg - Der Orgelprospekt für die Wallfahrtskirche steht. „Das alles lag gestern noch unten auf den Kirchenbänken“, sagt Karlheinz Braun. In seiner Stimme schwingen Begeisterung und auch ein klein wenig Stolz mit. Von Laura Hombach

Begeisterung, weil Mitarbeiter der Orgelbaufirma „Matz & Luge“ aus Stollhofen innerhalb von zwei Tagen aus unzähligen von Einzelteilen den Orgelprospekt (die Schauseite der Orgel) haben entstehen lassen.

Stolz, weil es gerade einmal zweieinhalb Jahre her ist, dass sich Braun als Vorsitzender des Orgelbau-Förderkreises der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul mit seinen Helfern ans Werk gemacht hat, das Geld für ein neue Orgel für die Dieburger Wallfahrtskirche zusammen zu sammeln und schließlich das rund 350. 000 Euro teuere Instrument in Auftrag zu geben.

Nach 250 Jahren Dienst quittiert

Ende November 2010 wurde der Förderkreis gegründet, jetzt steht es da, das Grundgerüst für die Pfeifen, deren Klang künftig wieder die Gnadenkapelle erfüllen soll. Dazwischen liegen zahlreiche Aktionen des Fördervereins, um Geld in die Spendenkasse für das neue Instrument zu bringen.

Vom Orgelwein über Veranstaltungen und den Verkauf der Pfeifen aus der alten Orgel, die schließlich nach 250 Jahren ihren Dienst quittiert hatte, hatten sich die ehrenamtlichen Orgelfreunde so manches einfallen lassen. Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung war groß, freut sich Braun. Und nicht nur die Dieburger griffen in den Geldbeutel, um für neuen Wohlklang in der Wallfahrtskirche zu sorgen. Auch viele Menschen von außerhalb, die zur Wallfahrt nach Dieburg kommen, wollten ihr Scherflein beitragen, erklärt der Förderkreis-Vorsitzende.

Abbau der alten Orgel

In der Kirche selbst gab es in den vergangenen Monaten zahlreiche Vorarbeiten zu erledigen, bevor die Fachleute der Firma „Matz & Luge“ mit dem Aufbau des neuen Instruments beginnen konnten. Da war zunächst der Abbau der alten Orgel, der ganz vorsichtig und sorgsam von statten gehen musste. Die Verzierungen des barocken Schmuckstücks sollten – so die Auflage des Denkmalschutzes – erhalten und in das neue Instrument integriert werden. Da nach dem Abbau schon einmal Platz auf der Empore war, wurde die Gelegenheit genutzt, um die umliegenden Wände, die Ballustrade und die Deckenbemalung zu restaurieren.

Ein Beleuchtungssystem wurde eingebaut, das die neue Orgel und die prächtige Decke im besten Licht präsentieren soll. Und auch die Bodenkonstruktion musste erneuert werden. Sie war im Laufe der Jahre abgesackt, die alte Orgel stand irgendwann auf einer schiefen Ebene. Zwar handelte es sich dabei nur um wenige Zentimeter, doch auch die sind von Bedeutung. Eisenträger und ein neuer Boden sorgen jetzt für eine ebene Fläche.

Ein aufwändiger Prozess

Nachdem der Orgelprospekt am Dienstagabend fertig aufgebaut war, bekamen die Holzteile für die neue Orgel noch einen passenden Anstrich. Ab dem heutigen Montag geht es jetzt an das Herzstück des Instruments: Die neuen Orgelpfeifen werden eingesetzt.

Ein aufwändiger Prozess, denn obwohl die Pfeifen bereits in der Fachfirma eine Grundstimmung verliehen bekommen haben, muss jede einzelne der Pfeife nun noch einmal auf ihren neuen Einsatzort eingestimmt werden. Der ist nicht ohne, schließlich müssen die Orgeltöne in der Wallfahrtskirche auch klangkräftig quasi um die Ecke schallen. „Deshalb haben wir zwischenzeitlich auch noch einmal umgeplant und die Orgel mit drei zusätzlichen Registern ausstatten lassen“, verrät Braun. „So wird die Klangfülle besser ausgenutzt.“ Bei der optischen Gestaltung des neuen Instruments hielten sich die Orgelbauer streng an das barocke Vorbild des Vorgängermodells.

Orgel soll häufiger zu hören sein

Eine Sache ist jedoch neu: Während früher der Spieltisch für den Organisten separat stand, ist er jetzt in die Orgel integriert. Ihren ersten großen Auftritt wird die neue Orgel am 7. September haben. Dann erhält das Instrument auch seine Weihe. Danach soll die Orgel häufiger bei Konzerten in der Wallfahrtskirche zu hören sein, so Braun. Nach der Weihe will der Förderkreis dann auch Orgelpatenschaften ausschreiben. Die Paten können sich dafür einen Ton aussuchen und sich dann bei den Konzerten ganz besonders daran erfreuen, wenn „ihr“ Ton erklingt.

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