Ostern als Prinzip Hoffnung

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Auf der Gemeindewiese Limbachsruh trotzten die Besucher des Osterfeuers am Samstag dem ungastlichen Wetter.

Dieburg (jd) ‐   „Dass es sich lohnt zu hoffen“ – so beantwortet Dorothee Benner, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Dieburg, die Frage nach der für sie wichtigsten Botschaft von Ostern. „So hoffnungslos es manchmal aussieht, sollte man trotzdem hoffen“, führt sie aus.

Manchmal kommt sogar bei unheilbar Kranken eine Hoffnung auf, die wir als Gesunde so gar nicht verstehen können.“ Am Rande des Osterfeuers auf der Gemeindewiese Limbachsruh spricht Benner auch davon, dass man die Ostertage nicht voneinander losgelöst betrachten könne. „Auch den Beginn an Gründonnerstag mit dem Abendmahl darf man nicht vergessen, dieser Tag ist ebenfalls sehr wichtig“, betont die Pfarrerin. Benner selbst hat ebenfalls eine Hoffnung: „Dass die Menschen die Lebensbotschaften wahrnehmen. Sie sollen aus ihnen erkennen, dass das Leben einen Sinn macht und den Glauben als Kraft für das Leben verstehen.“

Das Osterfeuer selbst hat für Benner und die mehr als 100 Protestanten, die sich am Samstagabend eingefunden haben und nicht nur dem Knistern der Holzscheite, sondern auch dem Posaunenchor und dem Kinderchor der Gemeinde lauschen, eine symbolische Bedeutung: „Das Feuer steht als das Symbol für das Licht, und das Licht steht als das Symbol für Jesus“, erklärt Benner. Eigentlich sei das Feuer der Ort, an dem die Nacht durchwacht werden müsste. Religiöse Symbolik mischt sich im Westen Dieburgs aber mit der Praxis: „Weil wir uns mitten in einem Wohngebiet befinden, lassen wir das Feuer natürlich nicht die ganze Nacht hindurch brennen“, so Benner.

Hoffung und Hoffnungslosigkeit - Wo ist Gott?

Die Band „halbelf“ umrahmte am Ostermontag den Gottesdienst in St. Wolfgang.

Für den katholischen Pfarrer Alexander Vogl steht hinsichtlich des Gründonnerstags eine einfache Geste im Vordergrund: Das Brechen des Brots durch Jesus und der Satz „Mein Leib – für Euch hingegeben“. Dabei gehe es nicht nur um das Brot, es gehe vielmehr um Jesus selbst. Das Brechen des Brots sei die entscheidende Lebensbewegung Jesus’, betont Vogl, „die Aussage seines Wesens“, wie es der Geistliche auch in seiner Gründonnerstags-Predigt ausdrückt.

Das Thema Hoffnung und Hoffnungslosigkeit – verbunden mit der Frage „Wo ist Gott?“ – griff Vogl am Karfreitag auf. Die innere Zerrissenheit manches Gläubigen in schlimmen Momenten veranschaulichte er am Beispiel des Paters Alfred Delp, der als Inhaftierter im Herbst 1944 beinahe verzweifelte. Wo Gott gewesen sei, als Delp im Februar 1945 in Berlin am Galgen hingerichtet wurde, fragte Vogl rhetorisch.

Missbrauch-Thematik wird ebenfalls aufgegriffen

Auch das aktuell die Medien beherrschende Thema des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen ließ Vogl in seiner Karfreitags-Predigt nicht aus. Besonders die nüchtern erzählten Berichte früheren Missbrauchs seien für ihn erschütternd.

In seiner Predigt in der Osternacht wiederum sprach Vogl über die Auferstehung Jesu': „Ostern, Auferstehung ist außerhalb unserer Vorstellungen, Machbarkeit und Berechenbarkeit“, so Vogl. „Auferstehung ereignet sich außerhalb unseres Tuns und ohne unser Zutun.“

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