Feuer der Kirchengemeinden verbreiteten ersehnte Wärme / Eiersuche auf Wallfahrtsplatz

Ostern mit Wintergeschmack

Beim Osterfeuer der evangelischen Kirchengemeinde auf der Wiese an der Aubergenviller Allee wurde die Strahlungswärme sehr geschätzt. Der Posaunenchor umrahmte die Andacht mit Pfarrerin Dorothee Benner. Fotos (3): Just

Dieburg - Die Meteorologen hatten es vorausgesagt: Ostern wird kalt und ungemütlich. Ein Wettermann verglich die einstelligen Temperaturen auf der Quecksilbersäule sogar mit Weihnachten - in beiden Fällen sechs Grad. Von Michael Just

Wärmen konnten da nur die Heizung oder die Osterfeuer, wie es etwa die evangelische Kirchengemeinde am Samstagabend auf einer Wiese im Westen Dieburgs entzündete. Bei der Andacht mit dem Posaunenchor wurde die Hoffnung, wie sie von dem auferstandenen Jesus und damit einem lebendigen Kreuz ausgeht, in den Mittelpunkt gerückt. Für Zuhause gab es zwei zum Kreuz gebundene Weidenästchen. „Der Hoffnung gleich treiben sie aus, wenn man sie ins Wasser stellt“, versinnbildlichte Pfarrerin Dorothee Benner.

Das Osterfeuer bei der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul wurde ein paar Stunden später vor dem Rathaus entzündet, danach das Osterlicht in die abgedunkelte Kirche getragen. Der Nachwuchs der Gemeinde freute sich verstärkt auf den Ostermontag, denn nach der „Kinderkirche“ wartete noch eine Ostereiersuche auf dem Wallfahrtsplatz. Da die Kinderkirche mit 70 Teilnehmern gut besucht war, trug man Nester und Eier zusammen, um sie fair unter allen Teilnehmern aufzuteilen.

Auf Dieburgs Hausberg, der Moret, ging es ebenfalls österlich zu. Zwar hatten die Naturfreunde erst am Montag geöffnet, ein Stelldichein gab es aber schon vorher. So rückte die Familie Porsche-Stecher aus Wilhelmshaven, derzeit zu Besuch in Südhessen, am Sonntag mit ihren beiden Kindern zum Ostereiersuchen auf den Skihügel an. Mit den Eltern, der Schwester und ihren Kindern umfasste die Gruppe zehn Personen. Besonders kurios: Beim Verstecken und Suchen wurden rund 20 Golfbälle gefunden. „Alle weg, die Oma schmeißt“, hieß es plötzlich als Großmutter Gudrun Porsche zum Wurf mit einem gekochten Ei ansetzte. „Das Ostereierwerfen ist bei uns Brauch. Die Weite zählt und dass das Ei heil bleibt“, klärt die Seniorin über diesen Osterbrauch auf.

Wenige Meter weiter im Naturfreundehaus verbrachte eine außergewöhnliche Gruppe die Feiertage: Dieter Wolfgang Neunhöffer aus Messel feierte mit seiner Lebensgefährtin die Tatsache, dass beide zusammen 140 Jahre alt geworden sind. Eingeladen waren rund 30 Personen. Die Gruppe verbindet ein besonderes Hobby: Sie begeistern sich alle für internationale Folk-Musik und haben sich auf Workshops kennengelernt. Angereist wurde unter anderem aus Boppard, Heidelberg, Freising oder dem Hunsrück, aber auch ein Dieburger war dabei. Mit Akkordeon, Banjo, Mandoline, Klarinette, Gitarre oder Mundharmonika ließ man Folkmusik aus Irland, Schottland, Frankreich oder Griechenland lebendig werden. Gastgeber Dieter Wolfgang Neunhöffer spielte gleich in mehreren Gruppen, darunter den „Foldies“ oder „Dudelhupf“ aus Darmstadt. Dass man ausgerechnet an Ostern zusammen kam, hatte den Grund, dass dies der noch einzig freie Termin im Belegungskalender des Naturfreundehauses war. Mit Kartoffelsuppe, Musik, Tanz, Gesang und eigenem Osterfeuer hofft der Gastgeber, dass Ostern 2012 allen Teilnehmern l in guter Erinnerung bleiben wird - trotz eindeutigem „Wintergeschmack“.

Quelle: op-online.de

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