Mit Palmstecken in die Karwoche

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Über 50 Kinder hatten sich am Samstag zum Palmstecken binden im Pater-Delp-Haus eingefunden. Verteilt wurden die Kinder auf zwei Gruppen, die zu getrennten Zeiten begannen.

Dieburg (ves) ‐   Hochkonzentriert und vollkommen in ihre Arbeit versunken bemalt die siebenjährige Eva ihr Plastikei. Bunte Farben hatte sie ausgesucht, damit der Anblick fröhlich wird. Aber nicht nur Muster wurden gemalt, sondern auch ein Ei mit einem Smiley. „Das sieht so lustig aus“, erklärt sie.

Ihr neunjähriger Bruder Christoph hat sich hingegen auf Punkte und Striche festgelegt. Beide Kinder sind zum ersten Mal beim traditionellen Palmstecken Basteln im im Pater-Delp-Haus dabei. „Ich bin ein Kommunionkind“, erzählt Christoph voller Stolz und erklärt, wie sehr er sich schon auf das Palmstecken gefreut hatte.

Ein Großteil der teilnehmenden Kinder gehen demnächst zur Erstkommunion. Viele jedoch sind bereits seit Jahren dabei und kennen sich sehr gut mit der Geschichte rund um die Palmenstecken aus. „Das ist für Jesus“, sagt die fünfjährige Ava schüchtern. „Als Jesus nach Jerusalem kam, wurde er vom Volk mit Palmwedeln begrüßt“, weiß die neunjährige Svetlana. „Das war eine Ehrbezeugung für Jesus und er wurde damals wie ein König verehrt“, ergänzt die zehnjährige Lina. „Die Menschen haben ihm ihre Mäntel und Palmwedel auf den Weg gelegt“, berichtet der neunjährige Lias weiter. „Außerdem hatte er kein Pferd wie ein König, sondern einen Esel“, weiß Lucas zu berichten.

Tradition der Pfarrgemeinde

„Nonna“ Anne und ihr Enkel Cedric.

„Das meiste weiß ich aus der Schule, das haben wir im Religionsunterricht durchgenommen“, sagt Anna-Lena, die bereits vor zwei Jahren zur Kommunion ging. Aber auch durch ihre regelmäßigen Kirchenbesuche kennt sie die Leidensgeschichte von Jesus Christus und nimmt bereits seit ihrem achten Lebensjahr am Palmstecken teil.
„Morgen ist Palmsonntag und da werden die Stecken in der Kirche geweiht. Und wir singen auch für Jesus, denn in Jerusalem haben die Leute auch Hosianna gerufen und ihm zugejubelt“, erklärt sie und widmet sich wieder voller Eifer ihrer Bastelarbeit.

Der Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag der Fasten- oder Passionszeit und der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die Trauerwoche vor Ostern.

Das Palmstecken binden hat bereits seit vielen Jahren Tradition in der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul. Die ersten Jahre griff man auf große und relativ unhandliche Wedel zurück, die für die kleineren Kinder kaum händelbar waren. So kam man auf die Idee, die kleineren Palmstecken zu basteln. „Der jüngste gemeldete Teilnehmer war vier Jahre und der älteste bereits im Erwachsenenalter“, sagt Christina Marx, die die Bastelaktion mit drei weiteren Betreuerinnen begleitet.

„Toller Service“

Über 50 Kinder hatten sich angemeldet und gehen mit Feuereifer an die Arbeit. So auch „Nonna“ Anne, die mit ihrem 20 Monate alten Enkel Cedric zum Basteln kommt. Sehr fingerfertig für sein zartes Alter und mit Hilfe seiner Oma hat der Kleine großen Spaß an den Ostereiern.

Ein außergewöhnliches Erlebnis jedoch spielt sich derweil vor dem Pater-Delp Haus ab. „Das habe ich so auch noch nicht erlebt“, staunt Betreuerin Marx verblüfft. Als die ersten Kinder mit ihren fertigen Palmstecken durch die Stadt nach Hause laufen, werden zwei Passanten darauf aufmerksam. Neugierig geworden kommen sie in die Bastelstunde und fragen an, ob sie die Palmstecken auch erwerben können. Sina, Julia und Teresa, drei ältere Mädchen, die eigentlich für die Materialausgabe zuständig sind, erklären sich dann spontan bereit, für diese Interessierten Palmstecken nach Wunsch anzufertigen. „Toller Service“, kommentieren die unerwarteten Besucher dankbar.

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