Luha-Parkplatz zementieren?

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Der provisorische Parkplatz an der Ludwigshall: Wenn er eines Tages wegfallen sollte, erwarten Gewerbetreibende Probleme.

Dieburg - Eine attraktive Innenstadt - damit kann Dieburg im Vergleich zu umliegenden Kommunen punkten. Allerdings wird von Seiten der Gewerbetreibenden immer wieder der Mangel an Kurzzeitparkplätzen für Besucher von auswärts bemängelt. Von Lisa Hager

Einen Vorstoß im Parlament hat kürzlich CDU-Fraktionsvorsitzender Renee Exner zum Thema gewagt: Er will untersuchen und diskutieren lassen, ob man das derzeitige Provisorium auf dem Ludwigshallen-Gelände nicht zu einer dauerhaften Einrichtung machen könnte. „Wir haben das Glück so eine attraktive Fußgängerzone zu haben“, sagte Exner. „Aber es fehlt an Parkplätzen.“

Zentrale Funktion

Schon vor der Eröffnung der neuen Römerhalle war die Luha nicht mehr genutzt worden. Durch den Abriss einiger städtischer Immobilien auf dem Gelände nebenan hatte die Stadt gebührenpflichtigen Parkraum geschaffen, der auch angenommen wird. Allerdings nicht so intensiv wie der neue Penny-Parkplatz, der gebührenfrei und so gut wie den ganzen Tag voll belegt ist. Er wird auch von vielen Besuchern des nahe gelegenen Ärztehauses aufgesucht, da dessen Parkplätze oft belegt und zudem schwer zugänglich sind.

„Es geht ja nicht nur um den Handel in Dieburg“, sagt Exner. Als zentrale Stadt im Altkreis biete Dieburg auch viele Dienstleistungen, Behörden und Gesundheitseinrichtungen, die alle Publikumsverkehr hätten. Deshalb Exners Idee: Den provisorischen Parkplatz zu einer festen Einrichtung machen. Allerdings gibt es da einen gültigen Stadtverordnetenbeschluss, der das gesamte Luha-Gelände für Betreutes Wohnen vorsieht. Die späteren Pläne von Prinz Michael von Anhalt, das Areal samt Gebäude zu kaufen und dort ein Fitness-Studio zu errichten, waren auch aus diesem Grund abgelehnt worden (wir berichteten). Bislang aber ist kein potenzieller Interessent für ein betreutes Seniorenwohnprojekt in Sicht. Exner schlägt deshalb vor, einem späteren Investor nur den Grundstücksteil des alten Gebäudes zu verkaufen. Zudem sollte man ihm nahe legen, die vorgeschriebenen Stellplätze in einer Tiefgarage unterzubringen. Allerdings waren schon beim Bau der Römerhalle Pläne zum Bau einer Tiefgarage gescheitert. Grund: Durch den direkt daneben liegenden Herrngraben ist der Wasserstand in dem Gebiet so hoch, dass ein derartiges „Untergrund-Projekt“ immense Kosten nach sich ziehen würde.

Gewerbe unterstützt Idee

Unterstützung findet die Initiative Exners beim Gewerbeverein Dieburg. „Wir befürworten die Idee natürlich prinzipiell“, sagt dessen Vorsitzender Erich Kleene gegenüber unserer Zeitung. In den vergangenen Jahren seien immer wieder Parkplätze in der Innenstadt weggefallen. Zudem würden sehr viele – wie die auf der Leer beispielsweise – von Dauernparkern belegt, so dass für Besucher von auswärts, die zum Einkaufen kämen, kein Platz sei. „Wenn wir unsere Mittelpunktsfunktion behalten und ausbauen wollen, müssen wir mehr Parkraum schaffen“, meint er. Zudem müsse man den demografischen Wandel berücksichtigen. „Die Leute werden immobiler und sind aufs Auto angewiesen“, sagt Kleene. Deshalb sei er dafür, zumindest den Status quo zu erhalten. „Wenn diese Plätze auch noch wegfielen, würde das die Situation verschärfen“, warnt er. „Und ich begrüße es sehr, dass diese Diskussion in Gang kommt, bevor für das Luha-Gelände eine Entscheidung gefallen ist.“

Schwierigkeiten bekäme auch das Sanitätshaus Klein, wenn der Parkraum wieder wegfiele. „Wir haben hier unsere vier Autos für die Außendienstler stehen, die immer mal wieder unterwegs sind und wir bezahlen dafür“, sagt Edith Leng vom Sanitätshaus in der Zuckerstraße. Auch für ihre Kunden sei es entscheidend, Parkplätze in der Nähe zu haben. Leng: Wenn der Parkplatz wegfällt, bekommen wir Riesenprobleme.“

Quelle: op-online.de

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