Kritik am Verfahren für die Neuverpachtung

Römerhalle in Dieburg: Parlament will mitreden

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Vor der Vertragsunterzeichung zwischen der Stadt und dem neuen Pächter der Römerhalle will das Stadtparlament Details über den Kontrakt erfahren.

Bevor der Vertrag mit dem neuen Pächter der Römerhalle unterschrieben wird, wollen die Stadtverordneten Eckdaten wissen. Kritik wurde auch am Verfahren für die Neuverpachtung laut.

Dieburg – Das Stadtparlament will beim Pachtvertrag für die Römerhalle ein Wörtchen mitreden. Auf Antrag der CDU stimmten die Stadtverordneten dafür, dass der Kontrakt vor Abschuss mit dem neuen Pächter dem Parlament „zur Kenntnisnahme und Beratung“ vorgelegt wird. Im ursprünglichen Beschlussvorschlag hieß es noch „zur Abstimmung“. Dies wurde auf Ansinnen der SPD modifiziert, denn der eigentliche Vertragsabschluss soll wie in solchen Fällen üblich Angelegenheit des Magistrats sein und bleiben.

CDU-Fraktionsvorsitzender Renée Exner begründete den Vorstoß damit, dass der Stadtverordnetenversammlung bisher noch keine Informationen vorlägen, welche Änderungen des Pachtvertrags für die Römerhalle seitens des Magistrats angedacht sind: „Wir halten es jedoch für wichtig, die geplanten Modifikationen zu kennen, um anlässlich des Pächterwechsels eine sinnvolle Umgestaltung hin zum ursprünglich angedachten Nutzungskonzept zu erreichen.“ Fragen wie beispielsweise Öffnungszeiten, mögliches externes Catering bei Veranstaltungen oder die Vermietung der Halle seien bislang unbeantwortet. Um eine Zeit zu verlieren, sollen die angedachten Änderungen zeitnah im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt werden.

Ärger um Ausschreibung für die Neuverpachtung

Exner war auch „sauer“, wie er sagte, über die Ausschreibung für die Neuverpachtung. Der Anzeigentext war in einem Gastronomieblatt, einer regionalen Tageszeitung, mehrere Wochen auf einem Immobilien-Portal und auf der Homepage der Stadt erschienen. Aus seiner Sicht viel zu wenig und nicht offensiv genug.

Der Erfolg war denn auch überschaubar. Wie berichtet, haben sich vier Kandidaten für die Nachfolge des Ende Juni ausscheidenden Tobias Niestatek dem Magistrat vorgestellt. Darüber hinaus habe es laut Bürgermeister Frank Haus weitere Anfragen gegeben, die aber eher im losen mündlichen Stadium geblieben seien. Zunächst waren es auch nur drei Bewerber. Nach einer Fristverlängerung kam noch einer vierter hinzu. Unter den vier Kandidaten war auch der Betreiber des griechischen Restaurants „Elia“ in der Rheingaustraße. Doch der ist wieder abgesprungen. Auch Wilhelm Reuscher (FDP) wollte die Vertragsverhandlung in den Händen des Magistrats belassen, sprach sich aber ebenfalls dafür aus, dass das Stadtparlament die Eckdaten kennen und darüber sprechen müsse.

Hintergrund des Ganzen ist, dass es in jüngster Vergangenheit höchst unterschiedliche Ansichten zwischen einigen Lokalpolitikern und dem derzeitgen Pächter gab. Knackpunkt war, dass der Gastronom an drei Abenden (Montag bis Mittwoch) nicht nur sein Restaurant geschlossen hält, sondern dass an diesen drei Tagen auch das Obergeschoss nicht für kleinere Gruppen oder Vereine zur Verfügung steht. Einige Stadtverordnete sind der Ansicht, dass gerade dieser Bereich der Halle als eine Art „Haus der Vereine“ dienen und auch zu Wochenbeginn zugänglich gemacht werden soll.

VON STEFAN SCHARKOPF

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