Passivhaus voller Aktivitäten

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So viel gesessen wird hier wohl künftig nie wieder: Dieburger, Kommunal- und Landespolitiker sowie die am Bau direkt Beteiligten lauschen bei der Einweihung der neuen Zweifeldsporthalle der Rede von Landrat Klaus Peter Schellhaas (am Pult).

Dieburg ‐  „Diese Zweifeldhalle ist ja auch eine Zweidrittellhalle“, spielte Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas in seinem Grußwort auf die ungewöhnliche Finanzierung der lang ersehnten neuen Sporthalle für Schulen und Vereine auf der Leer an.  Von Lisa Hager

Der Kreis als Schulträger übernimmt ein Drittel der Gesamtkosten von rund 2,07 Millionen Euro, also rund 690 000 Euro, die über das Sonder-Investitions-Programm des Landes finanziert wurden. Die Stadt Dieburg trägt zwei Drittel der Kosten.

Architekt und Bauleiter Andreas Schmidtmer war besonders stolz, dass man über zehn Prozent unter den zwischenzeitlich befürchteten Kosten von 2,4 Millionen Euro bleiben konnte.

Sein Kontingent an Nutzungszeiten stellt der Landkreis dem Schulsport zur Verfügung, wie Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann bei der Einweihung der Halle, die in Holzbauweise als Passivhaus errichtet wurde, am Montag sagte. So werden die Kinder und Jugendlichen der Alfred-Delp-Schule, der Gustav-Heinemann und der Landrat-Gruber-Schule die neue, sehr hell und freundlich wirkende Halle, nutzen können.

Über den gebackenen Schlüssel zur neuen Sporthalle freuen sich (von links) Schuldezernent Christel Fleischmann, Landrat Klaus Peter Schellhaas, Bürgermeister Dr. Werner Thomas sowie die Schulchefs Gabriele Kregelius, Renate Stiebing und Thomas Reinholz. Foto: Hager

Über die genauen Belegungspläne - schließlich soll der städtische Anteil den Vereinen zur Verfügung gestellt werden, wie Thomas sagte - muss noch im Detail diskutiert werden. ADS-Schulleiter Renate Stiebing beispielsweise monierte bereits in ihrem Grußwort, dass ihre Schüler bis 16.30 Uhr Sport hätten, aber die Vereine ab 16 Uhr bereits Einlass begehrten. Dies werde sich im Einzelnen noch regeln, versprach Fleischmann.

LGS-Schulleiter Thomas Reinholz begrüßte die Entspannung bei den Belegungsplänen, die die neue Halle möglich mache. Und die Chefin der Anne-Frank-Schule, Gabriele Kregelius, hatte vorab ihre Schüler befragt, wie sie die neue Halle denn fänden. Zu dem durchaus positiven Bild kam noch der Wunsch hinzu, hier „hessischer Meister“ zu werden.

Angegliedert an die Halle ist eine Hackschnitzel-Heizzentrale, über die auch die umliegenden Schulen erwärmt werden sollen. Das alles zeige das Zusammenwachsen der Schulen auf dem „zweiten Campus von Dieburg“, wie Schellhaas sagte. Schließlich komme auch noch eine gemeinsame zentrale Mensa hinzu.

Den Bau der fast 1 000 Quadratmeter großen Halle, der im Februar 2010 begonnen wurde, stellte der Landrat in den Gesamtrahmen des ehrgeizigen Kreis-Schulbauprogramms, das ein Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro umfasst.

Insgesamt ist die Schulinsel auf der Leer derzeit ja eine Großbaustelle: Der Bau der neuen Gutenbergschule auf dem ehemaligen Frei- und Sportgelände schreitet voran. Während der Sanierung der ADS werden die dortigen Schüler in die alte Gutenbergschule verlagert. Danach werde auch das Parkplatzproblem angegangen werden müssen, sagte Fleischmann.

Zu den Klängen der rockigen ADS-Band „Scars and Souvenirs“ mit Sängerin Diana Sink („Die Lena aus Dieburg“, wie Schellhaas sagte) genehmigten sich die Gäste dem Anlass entsprechend einen Fitness-Drink, den die Anne-Frank-Schüler Patrick und Nadja servierten.

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